Infektionen sind bei diabetischen Fußwunden eine gefürchtete Komplikation, weil sie über anatomische Strukturen wie Sehnen und Kompartimente sehr schnell zu einem tiefen oder aufsteigenden Fußinfekt führen können, der schlimmstenfalls zur Amputation führen kann. Daher sind alle Fuß- und Wundinfektionen bei Menschen mit Diabetes von Beginn an ernst zu nehmen. Aufgrund eines neuropathiebedingten Verlusts schützender Warnsignale wie Schmerzen nimmt der Patient die Problematik häufig nicht hinreichend ernst. Wenn zusätzlich noch eine relevante Durchblutungsstörung vorliegt, kann das klinische Bild einer Wund- oder Fußinfektion zudem weniger stark ausgeprägt sein. Statt eines geröteten, überwärmten und schmerzhaften Fußes oder Wundareals findet sich klinisch häufig das Bild einer „kalten Röte“ und auch die systemischen Infektionszeichen sind bis zum Zeitpunkt einer erfolgreichen Revaskularisation vielfach kaschiert. Aufgrund der Komplexität der Erkrankung sollten Patienten frühzeitig in einer spezialisierten Fußbehandlungseinrichtung behandelt werden. Eine systemische Antibiotikatherapie erfolgt allein auf Basis des klinischen Bildes einer Wundinfektion. Nach empirischem Beginn sollte das Therapieregime sobald als möglich gemäß Resistogramm adaptiert werden. Grundlegend für die Infektions- und Wundbehandlung ist stets eine adäquate begleitende Infektchirurgie welche von Beginn an den Erhalt von Gliedmaßen, Mobilität und Lebensqualität im Blick hat. Für die lokale Wundversorgung gelten die Prinzipien einer feuchten Wundbehandlung. Ausnahme bilden trockene und reizlose Nekrosen, solange eine relevante Durchblutungsstörung noch nicht behoben ist oder nicht mehr verbessert werden kann. Diese Nekrosen bleiben trocken oder werden trocken gelegt und werden nicht abgetragen, sondern druckgeschützt abwartend kontrolliert.

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Wundbehandlung und Infektionsmanagement bei diabetischen Fußsyndrom

  • Michael Eckhard

摘要

Infektionen sind bei diabetischen Fußwunden eine gefürchtete Komplikation, weil sie über anatomische Strukturen wie Sehnen und Kompartimente sehr schnell zu einem tiefen oder aufsteigenden Fußinfekt führen können, der schlimmstenfalls zur Amputation führen kann. Daher sind alle Fuß- und Wundinfektionen bei Menschen mit Diabetes von Beginn an ernst zu nehmen. Aufgrund eines neuropathiebedingten Verlusts schützender Warnsignale wie Schmerzen nimmt der Patient die Problematik häufig nicht hinreichend ernst. Wenn zusätzlich noch eine relevante Durchblutungsstörung vorliegt, kann das klinische Bild einer Wund- oder Fußinfektion zudem weniger stark ausgeprägt sein. Statt eines geröteten, überwärmten und schmerzhaften Fußes oder Wundareals findet sich klinisch häufig das Bild einer „kalten Röte“ und auch die systemischen Infektionszeichen sind bis zum Zeitpunkt einer erfolgreichen Revaskularisation vielfach kaschiert. Aufgrund der Komplexität der Erkrankung sollten Patienten frühzeitig in einer spezialisierten Fußbehandlungseinrichtung behandelt werden. Eine systemische Antibiotikatherapie erfolgt allein auf Basis des klinischen Bildes einer Wundinfektion. Nach empirischem Beginn sollte das Therapieregime sobald als möglich gemäß Resistogramm adaptiert werden. Grundlegend für die Infektions- und Wundbehandlung ist stets eine adäquate begleitende Infektchirurgie welche von Beginn an den Erhalt von Gliedmaßen, Mobilität und Lebensqualität im Blick hat. Für die lokale Wundversorgung gelten die Prinzipien einer feuchten Wundbehandlung. Ausnahme bilden trockene und reizlose Nekrosen, solange eine relevante Durchblutungsstörung noch nicht behoben ist oder nicht mehr verbessert werden kann. Diese Nekrosen bleiben trocken oder werden trocken gelegt und werden nicht abgetragen, sondern druckgeschützt abwartend kontrolliert.