Aneurysmen der abdominellen Aorta und der Iliakalarterien
摘要
Abdominale Aortenaneurysmen (AAA) sind die häufigsten arteriellen Aneurysmen mit einer Prävalenz von 4–8 % bei Männern über 60 Jahre; bei Frauen ist das AAA etwa 3-mal seltener. Meist sind diese infrarenal lokalisiert und beziehen häufig die proximalen Iliakalarterien mit ein. Isolierte Iliakalarterienaneurysmen (IAK) sind deutlich seltener. AAA und IAK sind in der Regel asymptomatisch, tendieren jedoch zur progredienten Größenzunahme, bis sie rupturieren. Bei Ruptur eines AAA wird geschätzt, dass mehr als 50 % der Betroffenen bereits prähospital versterben, und 30–35 % derjenigen, die noch ein Krankenhaus erreichen, ebenso daran versterben. Ziel der Diagnostik ist daher, asymptomatische oder mild symptomatische Patienten mit AAA und IAK zu erkennen und einer Therapie zuzuführen, um eine Ruptur zu vermeiden. Hierzu wird ein Screening aller Männern > 65 Jahre mittels Ultraschall empfohlen. Die prophylaktische offen chirurgische oder endovaskuläre Ausschaltung von AAA < 5,5 cm Diameter im Vergleich zur Überwachung und Ausschaltung bei einem Diameter > 5,5 cm zeigte keinen Überlebensvorteil. Bei „kleinen“ Aneurysmen ist die bei Weitem häufigste Todesursache ein kardiovaskuläres Ereignis (> 40 %) und selten eine Aneurysmaruptur (< 2 %), weswegen diese Patienten eine optimale Therapie aller kardiovaskulären Risikofaktoren und Komorbiditäten benötigen. Dagegen steigt die Rupturrate bei einem transversalen aortalen Diameter > 5,5 cm bei Männern (> 5,0 cm bei Frauen) exponentiell an, sodass ab diesen kritischen Diametern eine prophylaktische Ausschaltung empfohlen wird. Hierzu stehen komplementäre endovaskuläre (endovaskuläre Aortenreparatur, „endovascular aortic repair“, EVAR) und offen operative Therapieverfahren („open surgical repair“, OSR) zur Verfügung, die patientenindividuell eingesetzt werden. Nach initialer Versorgung benötigen Patienten eine regelmäßige Nachsorge, um kardiovaskuläre Risikofaktoren und Komorbiditäten optimal zu behandeln sowie Komplikationen, wie das Auftreten von Endoleaks nach EVAR oder Anastomosenaneurysmen nach OSR, zu erkennen und ggf. zu behandeln, um sekundäre Rupturen zu vermeiden. Dies ist Aufgabe des behandelnden Gefäßzentrums.