Verschlussprozesse hirnversorgender Gefäße sind häufig und nehmen mit dem Alter zu. In Deutschland werden ca. 15 % aller zerebralen Ischämien durch ≥ 50 %ige Stenosen oder Verschlüsse der extrakraniellen A. carotis verursacht. Eine Karotisstenose wird als symptomatisch gewertet, wenn sie innerhalb der letzten 6 Monate zu einem Hirninfarkt, einer transitorisch ischämischen Attacke oder einer retinalen Ischämie geführt hat. Bei V. a. Stenose oder Verschluss eines hirnversorgenden Gefäßes soll eine farbkodierte Duplexsonografie durch einen erfahrenen Untersucher erfolgen. Wenn Zweifel an der Graduierung bestehen oder durch additive Gefäßprozesse oder kontralaterale hämodynamisch relevante Gefäßveränderungen die Ultraschalldiagnostik erschwert ist, wird eine zusätzliche Magnetresonanzangiografie (MRA) oder eine Computertomografie-Angiografie (CTA) empfohlen. Differenzierte CT- und MRT-Analysen sind in der Lage, Plaqueulzerationen und/oder Plaquehämorrhagien auch bei < 50 %igen Stenosen darzustellen. Der Nachweis einer in der MRT definierten Plaqueeinblutung ist bei Patienten mit asymptomatischer Karotisstenose mit einem signifikant erhöhten Hirninfarktrisiko assoziiert. Ein allgemeines Screening auf das Vorliegen einer Karotisstenose soll nicht durchgeführt werden.

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Klinisches Bild und diagnostisches Vorgehen bei Verschlussprozessen der hirnversorgenden Arterien

  • Dirk Sander

摘要

Verschlussprozesse hirnversorgender Gefäße sind häufig und nehmen mit dem Alter zu. In Deutschland werden ca. 15 % aller zerebralen Ischämien durch ≥ 50 %ige Stenosen oder Verschlüsse der extrakraniellen A. carotis verursacht. Eine Karotisstenose wird als symptomatisch gewertet, wenn sie innerhalb der letzten 6 Monate zu einem Hirninfarkt, einer transitorisch ischämischen Attacke oder einer retinalen Ischämie geführt hat. Bei V. a. Stenose oder Verschluss eines hirnversorgenden Gefäßes soll eine farbkodierte Duplexsonografie durch einen erfahrenen Untersucher erfolgen. Wenn Zweifel an der Graduierung bestehen oder durch additive Gefäßprozesse oder kontralaterale hämodynamisch relevante Gefäßveränderungen die Ultraschalldiagnostik erschwert ist, wird eine zusätzliche Magnetresonanzangiografie (MRA) oder eine Computertomografie-Angiografie (CTA) empfohlen. Differenzierte CT- und MRT-Analysen sind in der Lage, Plaqueulzerationen und/oder Plaquehämorrhagien auch bei < 50 %igen Stenosen darzustellen. Der Nachweis einer in der MRT definierten Plaqueeinblutung ist bei Patienten mit asymptomatischer Karotisstenose mit einem signifikant erhöhten Hirninfarktrisiko assoziiert. Ein allgemeines Screening auf das Vorliegen einer Karotisstenose soll nicht durchgeführt werden.