Die geschlechtersensible Medizin beschreibt die Betrachtung von Erkrankungen unter Merkmalen des biologischen („sex“) und soziokulturellen Geschlechts („gender“). Dabei wird „Geschlecht“ als ein mehrdimensionales Kontinuum begriffen, welches in vielfältiger Art und Weise Interaktionen in Bezug auf die Entstehung und Ausprägung von Erkrankungen, als auch ihre Versorgung ausbildet. Als noch junger Wissenschaftsbereich untersucht die geschlechtersensible Medizin beispielsweise geschlechtsabhängige Einflüsse in Krankheitsprävention und -perzeption, identifiziert geschlechtsassoziierte Risiken und evaluiert deren Effekt auf klinische Verläufe. Die geschlechtersensible Medizin dient dem Ziel, Erkrankungen in ihren pathophysiologischen Abläufen besser zu verstehen, vulnerable Personengruppen zielsicherer zu identifizieren und zu sensibilisieren, oder Behandlungen und Krankheitsnachsorge entsprechend der geschlechtsassoziierten Bedürfnisse anzupassen. Die differenzierte Berücksichtigung von Sex und Gender in dem Verständnis von Erkrankungen stellt dabei einen wesentlichen Schritt auf dem Weg zu einer tatsächlich personalisierten Medizin dar. In diesem Kapitel wird in die Grundlagen der geschlechtersensiblen Medizin, in ihre Historie und Terminologie eingeführt.

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Einführung in die geschlechtersensible Medizin

  • Eva Freisinger

摘要

Die geschlechtersensible Medizin beschreibt die Betrachtung von Erkrankungen unter Merkmalen des biologischen („sex“) und soziokulturellen Geschlechts („gender“). Dabei wird „Geschlecht“ als ein mehrdimensionales Kontinuum begriffen, welches in vielfältiger Art und Weise Interaktionen in Bezug auf die Entstehung und Ausprägung von Erkrankungen, als auch ihre Versorgung ausbildet. Als noch junger Wissenschaftsbereich untersucht die geschlechtersensible Medizin beispielsweise geschlechtsabhängige Einflüsse in Krankheitsprävention und -perzeption, identifiziert geschlechtsassoziierte Risiken und evaluiert deren Effekt auf klinische Verläufe. Die geschlechtersensible Medizin dient dem Ziel, Erkrankungen in ihren pathophysiologischen Abläufen besser zu verstehen, vulnerable Personengruppen zielsicherer zu identifizieren und zu sensibilisieren, oder Behandlungen und Krankheitsnachsorge entsprechend der geschlechtsassoziierten Bedürfnisse anzupassen. Die differenzierte Berücksichtigung von Sex und Gender in dem Verständnis von Erkrankungen stellt dabei einen wesentlichen Schritt auf dem Weg zu einer tatsächlich personalisierten Medizin dar. In diesem Kapitel wird in die Grundlagen der geschlechtersensiblen Medizin, in ihre Historie und Terminologie eingeführt.