Cholesterinkristallembolie, Differentialdiagnose der akralen Embolie
摘要
Die Angiologie wird bei typischen oder atypischen Veränderungen der Haut überwiegend zur Differenzialdiagnose Cholesterinkristallembolie (CKE) konsultiert. Wegen des nicht pathognomonischen klinischen Bildes ist die CKE eine Ausschlussdiagnose. Die Kenntnis der Differenzialdiagnose einer CKE ist für eine korrekte, gezielte Diagnostik und Therapie unabdingbare Voraussetzung. Livedoartige Hautveränderungen und progrediente Niereninsuffizienz bei älteren Männern, besonders im Intervall nach einer diagnostischen oder therapeutischen arteriellen Intervention/Operation, müssen an ein Cholesterinkristallembolie-Syndrom (CKE-S) mit multipler Organbeteiligung denken lassen. Bewiesen werden kann die CKE nur durch eine Biopsie mit typischem histopathologischen Befund. Es gibt keine verbindlichen Therapierichtlinien bei CKE. Der Prävention kommt beim CKE-S eine besondere Bedeutung zu. Aktuell wird in der klinischen Routine, nicht zuletzt unter wirtschaftlichen Aspekten, sehr oft und in vielen Fällen auch zu großzügig die Indikation zur invasiven Diagnostik und Therapie von Gefäßerkrankungen gestellt, das individuelle Risiko wird entsprechend der großen Anzahl und damit Routine bei diesen Interventionen oft unterschätzt. CKE und CKE-S treten oft deutlich verzögert in Erscheinung und werden der vorausgegangenen Intervention nicht zugeordnet. Wesentlich ist somit die individuelle Risikoeinschätzung bei der Indikationsstellung zu invasiven diagnostischen und therapeutischen Gefäßeingriffen. Die erwartete Komplikationsrate ist abzuschätzen und dem Patienten beim Aufklärungsgespräch mitzuteilen. Bei gegebener Indikation ist auf eine möglichst atraumatische Durchführung zu achten.