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Assistierter Suizid und die ethischen Implikationen für die Pflegefachpersonen

  • Annette Riedel,
  • Karen Klotz,
  • Anna-Henrikje Seidlein

摘要

In Deutschland gewann die ethische und rechtliche Debatte rund um das Thema des assistierten Suizids durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE) vom 26. Februar 2020 erneut an Aufmerksamkeit. Im Kontext der bundesweiten Debatte ist allerdings die mangelnde Berücksichtigung der Perspektive von Pflegefachpersonen zu problematisieren. Obgleich die konkreten Aufgaben und die Rolle von Pflegefachpersonen in Deutschland in Bezug auf den assistierten Suizid nach der Ablehnung beider Gesetzesentwürfe zur Regelung der Suizidassistenz durch den Deutschen Bundestag im Juli 2023 weiterhin unklar bleiben, ist offenkundig, dass die Berufsgruppe durch ihre besondere Nähe zu schwerstkranken und leidenden Menschen sowohl mittelbar als auch unmittelbar mit der Thematik konfrontiert ist und sein wird. Der professionelle Umgang mit Wünschen nach Suizidassistenz stellt die Pflegefachpersonen vor erhebliche situative und ethische Herausforderungen, appelliert an das Gewissen und wird mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von moralischen Belastungen, wie z. B. Moral Distress assoziiert. Ziel dieses Beitrags ist es, die Implikationen und Konsequenzen, die für die professionelle Pflegepraxis und für die Pflegebildung im Kontext der Suizidassistenz und Suizidprävention in Deutschland entstehen, aus einem ethischen Blickwinkel zu beleuchten. Ein besonderer Fokus wird hier auf sogenannte „Schlüsselzeitpunkte“ gelegt, in denen die pflegerische Expertise in Zusammenhang mit Äußerungen von Todes- und assistierten Suizidwünschen im Besonderen zum Tragen kommt.