Ausscheidungsstörungen in Kindheit und Jugend
摘要
Ausscheidungsstörungen sind häufige Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Drei große Gruppen können unterschieden werden, die Enuresis nocturna, die funktionelle Harninkontinenz tags und die Enkopresis oder Stuhlinkontinenz. Ca. 10 % der 7-jährigen Kinder sind vom Einnässen nachts und 6 % tags betroffen; weitere 1–3 % koten ein. Inzwischen können viele verschiedene Subgruppen unterschieden werden, die sich nach Ätiologie, Pathogenese, Symptomatik und vor allem Therapie unterscheiden. Eine genaue Diagnose ist Voraussetzung für eine wirksame Therapie. Die Grundbehandlung ist immer symptomorientiert, konservativ und nichtinvasiv und wird als Standardurotherapie bezeichnet. Sie kann sinnvoll durch die spezielle Urotherapie und Pharmakotherapie ergänzt werden. Komorbide Störungen müssen erfasst und behandelt werden. 20–50 % aller Kinder sind von komorbiden psychischen Störungen betroffen. Für therapieresistente Ausscheidungsstörungen stehen Schulungsprogramme zur Verfügung. Die leitliniengerechte Behandlung von Ausscheidungsstörungen ist wirksam, sollte früh begonnen werden und kann überwiegend ambulant durchgeführt werden.