Das Kapitel führt in das theoretische Feld der Verschwörungsnarrative ein und entwickelt eine eigene begriffliche Systematik. Ansätze von Cubitt, Barkun, Butter, Hofstadter und Bratich werden vergleichend diskutiert, wobei Barkuns Konzept des stigmatisierten Wissens und Bratichs gouvernementalitätstheoretische Analyse von conspiracy panics als komplementäre Perspektiven aufeinander bezogen werden. Auf dieser Grundlage wird ein Spektrum verschwörungsideologischer Denkformen entwickelt, das entlang der Achsen epistemische Geschlossenheit und kulturelle Tradierung von realen Verschwörungen über Verschwörungstheorien, Verschwörungsbehauptungen und Verschwörungserzählungen bis zu Verschwörungsmythen und -ideologien reicht und damit eine Radikalisierungslogik abbildet. Ein historischer Rückblick verfolgt verschwörungstheoretisches Denken von der Antike bis in die Gegenwart, aktuelle empirische Studien zur Verbreitung in Deutschland werden dargestellt, und die Rolle digitaler Plattformen, insbesondere Telegrams, wird als Verstärkungsraum analysiert.

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Verschwörungsnarrative: Theoretische und historische Einordnung

  • Nora Feline Pösl

摘要

Das Kapitel führt in das theoretische Feld der Verschwörungsnarrative ein und entwickelt eine eigene begriffliche Systematik. Ansätze von Cubitt, Barkun, Butter, Hofstadter und Bratich werden vergleichend diskutiert, wobei Barkuns Konzept des stigmatisierten Wissens und Bratichs gouvernementalitätstheoretische Analyse von conspiracy panics als komplementäre Perspektiven aufeinander bezogen werden. Auf dieser Grundlage wird ein Spektrum verschwörungsideologischer Denkformen entwickelt, das entlang der Achsen epistemische Geschlossenheit und kulturelle Tradierung von realen Verschwörungen über Verschwörungstheorien, Verschwörungsbehauptungen und Verschwörungserzählungen bis zu Verschwörungsmythen und -ideologien reicht und damit eine Radikalisierungslogik abbildet. Ein historischer Rückblick verfolgt verschwörungstheoretisches Denken von der Antike bis in die Gegenwart, aktuelle empirische Studien zur Verbreitung in Deutschland werden dargestellt, und die Rolle digitaler Plattformen, insbesondere Telegrams, wird als Verstärkungsraum analysiert.