Das Spiel wird hier als zielorientierter und funktionalisierter Lern- und Erkenntnisprozess verstanden. Damit handelt es sich beim Spiel nicht um ein freies und zweckoffenes Spiel, sondern um eine didaktisch gerahmte Methode, die auf bestimmte Lern- und Erkenntnisziele ausgerichtet ist (Caillois 1961). Dabei ist das Spiel in institutionelle Kontexte eingebettet, die den Lernprozess strukturieren, Handlungsspielräume eröffnen und die Erfahrungsbildung systematisch anleiten, ohne die grundlegende Offenheit des Spiels aufzugeben (Sharma et al. 2024). Als Lernprozess organisiert das Spiel die Handlungssituationen, wobei die Erkenntnisse durch das aktive Entscheiden und Handeln im Spiel entstehen. Das gesamte Spielgeschehen wird durch Regeln und Zielvorgaben gerahmt, um die relevanten Problemstellungen zu kennzeichnen. Innerhalb dieser „Grenzen“ des Spiels sind die konkreten Lösungswege offen, sodass „Spieler“ (Lernende) eine eigene Strategie entwickeln, ihre Annahmen prüfen, Entscheidungen treffen und ihr Spielvorgehen in Abhängigkeiten von der Rückmeldung des Spiels ändern. Damit liegt die pädagogische Funktion des Spiels in der Ermöglichung selbstständiger und handlungsbezogener Sinnkonstruktionen unter methodisch-strukturierter Führung (Winnicott und Rodman 2010).

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Spiel als Lern- und Erkenntnisprozess

  • Christine Freye,
  • Sanji Akseki

摘要

Das Spiel wird hier als zielorientierter und funktionalisierter Lern- und Erkenntnisprozess verstanden. Damit handelt es sich beim Spiel nicht um ein freies und zweckoffenes Spiel, sondern um eine didaktisch gerahmte Methode, die auf bestimmte Lern- und Erkenntnisziele ausgerichtet ist (Caillois 1961). Dabei ist das Spiel in institutionelle Kontexte eingebettet, die den Lernprozess strukturieren, Handlungsspielräume eröffnen und die Erfahrungsbildung systematisch anleiten, ohne die grundlegende Offenheit des Spiels aufzugeben (Sharma et al. 2024). Als Lernprozess organisiert das Spiel die Handlungssituationen, wobei die Erkenntnisse durch das aktive Entscheiden und Handeln im Spiel entstehen. Das gesamte Spielgeschehen wird durch Regeln und Zielvorgaben gerahmt, um die relevanten Problemstellungen zu kennzeichnen. Innerhalb dieser „Grenzen“ des Spiels sind die konkreten Lösungswege offen, sodass „Spieler“ (Lernende) eine eigene Strategie entwickeln, ihre Annahmen prüfen, Entscheidungen treffen und ihr Spielvorgehen in Abhängigkeiten von der Rückmeldung des Spiels ändern. Damit liegt die pädagogische Funktion des Spiels in der Ermöglichung selbstständiger und handlungsbezogener Sinnkonstruktionen unter methodisch-strukturierter Führung (Winnicott und Rodman 2010).