Überleben angesichts der drohenden Katastrophe
摘要
Bis zur Mitte der 2010er Jahre galt der Klimwandel in der gesellschaftlichen Wahrnehmung noch kaum als drängendes Problem. Wissenschaftliche Studien formulierten das Problem allzu vorsichtig, und eine Reihe kognitive Verzerrungen erschwerten es zusätzlich, die Ernsthaftigkeit des Problems zu erkennen. Nach der Pariser Klimakonferenz von 2015 plante Frankreich jedoch Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel, um die CO2-Emissionen des Landes zu reduzieren. Daran entzündeten sich die Proteste der Gelbwesten, die als Erkennungszeichen die Warnwesten aus ihren PKW anzogen. In einem theoretischen Einschub wird die Frage gestellt, wie neue Gedankensysteme in der Welt Fuß fassen und wie sie die bestehende Wahrnehmung verändern. Denn neue Ideen werden oft zuerst nur von wenigen akzeptiert und finden erst langsam eine breitere Zustimmung, während zugleich auch die Widerstände wachsen. Schließlich wird vorgeschlagen, Meinungsdynamiken mittels dreier idealtypischer Kategorien zu reflektieren. Um zu beobachten, ob diese Überlegungen den Praxistest bestehen, wird nachverfolgt, wie in den 2010er-Jahren in Sachbüchern über die Folgen des Klimawandels aufgeklärt wurde. Dort wurde etwa aufgezeigt, dass die Auswirkungen der Erderhitzung gravierender, gefährlicher und näher sind, als angenommen. Während die meisten Autoren dazu aufriefen, die Bedrohungen endlich enrst zu nehmen, gab es auch den Vorschlag, den Klimawandels hinzunehmen und sich anzupassen. Die von Greta Thunberg gegründete Bewegung „Fridays for Future“ setzte sich schließlich besonders deutlich für die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens ein. Thunberg nutzte dabei eine emotionale, eindringliche Sprache, um die Öffentlichkeit zum Handeln zu bewegen. 2019 nahmen weltweit hunderttausende, meist junge Menschen an den Protesten teil. Wieder andere Formate setzten auf besonders auffällige und konfrontative Protestaktionen. Es ist umstritten, ob solche Taktiken eher Ablehnung oder Unterstützung für ein Thema hervorrufen.