Zu Beginn des Jahrzehnts kam es über den Globus hinweg zu einer Welle kapitalismuskritischer Proteste. Als deutsches Beispiel dieser Dynamik werden zunächst die Porteste gegen "Stuttgart21" besprochen. Ab dem Frühjahr 2011 richteten sich dann vor allem in Spanien landesweite Demostrationen gegen ein von internationalen Geldgebern auferlegtes Spardiktat. Die Bewegung der Indignados organisierte dabei viele friedliche Protestcamps und Demonstrationen auf öffentlichen Plätzen, um Veränderungen in Politik und Wirtschaft einzufordern. Davon inspiriert wurde auch in New York dazu aufgerufen, ungerechte gesellschaftliche Zustände durch Proteste zu verändern. Occupy Wallstreet kämpfte dort unter dem Slogan „We are the 99 percent“ gegen die wachsende soziale Ungleichheit in den USA sowie die Macht der Finanzwelt. In theoretischen Einschüben wird schließlich der Charakter dieser Proteste aus der Perspektive Niklas Luhmanns und Judith Butlers beleuchtet. Proteste fordern oft eine umfassende gesellschaftliche Veränderung, was zu sehr weitreichenden Forderungen führt, die oftmals gar nicht konkret erreichbar sind. Andererseits ist Protest gar nicht einseitig auf das Erreichen der Regierungsmacht ausgerichtet, sondern hat auch schon als Akt des Handelns selbst Bedeutung. Indem öffentliche Plätze besetzt und dort eine eigene Definitionsmacht aufgebaut wird, kann das Deutungsmonopol der Obrigkeit bereits in Frage gestellt werden.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Politik für Banken und Konzerne oder Politik für Bürger?

  • Valentin Halder

摘要

Zu Beginn des Jahrzehnts kam es über den Globus hinweg zu einer Welle kapitalismuskritischer Proteste. Als deutsches Beispiel dieser Dynamik werden zunächst die Porteste gegen "Stuttgart21" besprochen. Ab dem Frühjahr 2011 richteten sich dann vor allem in Spanien landesweite Demostrationen gegen ein von internationalen Geldgebern auferlegtes Spardiktat. Die Bewegung der Indignados organisierte dabei viele friedliche Protestcamps und Demonstrationen auf öffentlichen Plätzen, um Veränderungen in Politik und Wirtschaft einzufordern. Davon inspiriert wurde auch in New York dazu aufgerufen, ungerechte gesellschaftliche Zustände durch Proteste zu verändern. Occupy Wallstreet kämpfte dort unter dem Slogan „We are the 99 percent“ gegen die wachsende soziale Ungleichheit in den USA sowie die Macht der Finanzwelt. In theoretischen Einschüben wird schließlich der Charakter dieser Proteste aus der Perspektive Niklas Luhmanns und Judith Butlers beleuchtet. Proteste fordern oft eine umfassende gesellschaftliche Veränderung, was zu sehr weitreichenden Forderungen führt, die oftmals gar nicht konkret erreichbar sind. Andererseits ist Protest gar nicht einseitig auf das Erreichen der Regierungsmacht ausgerichtet, sondern hat auch schon als Akt des Handelns selbst Bedeutung. Indem öffentliche Plätze besetzt und dort eine eigene Definitionsmacht aufgebaut wird, kann das Deutungsmonopol der Obrigkeit bereits in Frage gestellt werden.