Empirische Vertiefung
摘要
Das Kapitel untersucht die Face-to-Screen-to-Screen-to-Face-Interaktion in audiovisuell vermittelter universitärer Lehre und orientiert sich dabei an der Methode der analytischen Autoethnographie. Zunächst wird die universitäre Lehrveranstaltung als spezifische Form fokussierter Interaktion analysiert. Dabei werden die Interaktionsarchitektur von Hörsaal und Seminarraum sowie die Interaktionsordnung universitärer Lehre herausgearbeitet. Diese Ergebnisse werden anschließend mit den Erkenntnissen der vorangegangenen Kapitel zu audiovisuell vermittelter Interaktion verknüpft. Die Beobachtungen aus der Face-to-Screen-to-Screen-to-Face-Lehre zeigen, dass Sichtbarkeit und Hörbarkeit der Teilnehmenden zentral sind, Turn-taking mit besonderen Merkmalen auch digital organisiert wird und die Interaktionsordnung der Seminare trotz fehlender physischer Kopräsenz weitgehend erhalten bleibt. Gleichzeitig beeinflussen digitale Zugänge, hybride Konfigurationen und parallele physische Umwelten die Interaktion. Insgesamt zeigt sich, dass audiovisuelle Vermittlung Distanz interaktionsfähig macht, technische und sinnliche Modalitäten reflexiv ausgehandelt werden und ein synthetischer Interaktionsraum entsteht, der verdeutlicht, dass die Dynamik von Nähe und Distanz in medial vermittelten Interaktionen über bloße geographische Aspekte hinausgeht.