Die vorliegende Einleitung führt in die Frage ein, ob und wie synchrone audiovisuelle Kommunikation soziologisch als Interaktion gefasst werden kann und inwiefern sie als eigenständige Interaktionsform zu betrachten ist. Ausgangspunkt ist Erving Goffmans Überlegung zu „two-way television“, die im Kontext der COVID-19-Pandemie eine unerwartete Aktualität erhielt. Anstatt körperlich kopräsente Face-to-Face-Kommunikation als auch normativ aufgeladenen Referenzpunkt zu setzen, wird argumentiert, dass audiovisuelle Vermittlung eigene interaktive Dynamiken hervorbringt. Dazu wird das Konzept der „Face-to-Screen-to-Screen-to-Face-Interaktion“ (F2S2S2F) eingeführt und anhand universitärer Lehre, die während der Pandemie digital stattfand, empirisch konturiert. Die Einleitung skizziert die theoretischen Grundlagen, begründet die Wahl des Untersuchungsfeldes und erläutert das methodische Vorgehen mittels analytischer Autoethnographie, bevor sie den Aufbau der Arbeit darstellt.

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Einleitung

  • Suna Ellen Özdemir

摘要

Die vorliegende Einleitung führt in die Frage ein, ob und wie synchrone audiovisuelle Kommunikation soziologisch als Interaktion gefasst werden kann und inwiefern sie als eigenständige Interaktionsform zu betrachten ist. Ausgangspunkt ist Erving Goffmans Überlegung zu „two-way television“, die im Kontext der COVID-19-Pandemie eine unerwartete Aktualität erhielt. Anstatt körperlich kopräsente Face-to-Face-Kommunikation als auch normativ aufgeladenen Referenzpunkt zu setzen, wird argumentiert, dass audiovisuelle Vermittlung eigene interaktive Dynamiken hervorbringt. Dazu wird das Konzept der „Face-to-Screen-to-Screen-to-Face-Interaktion“ (F2S2S2F) eingeführt und anhand universitärer Lehre, die während der Pandemie digital stattfand, empirisch konturiert. Die Einleitung skizziert die theoretischen Grundlagen, begründet die Wahl des Untersuchungsfeldes und erläutert das methodische Vorgehen mittels analytischer Autoethnographie, bevor sie den Aufbau der Arbeit darstellt.