Der Lateinunterricht wird im öffentlichen, bildungspolitischen und didaktischen Diskurs häufig kontrovers bewertet. Während er in der Öffentlichkeit und auch von vielen Eltern als „nutzloses und verstaubtes Fach mit elitärem Bildungsanspruch“ wahrgenommen wird, das eher Selektionsmechanismen im Gymnasium bedient als einen Beitrag zu alltagsbezogener Bildung leistet, hat sich in den vergangenen Jahren auch eine gegenteilige Perspektive etabliert: So argumentiert etwa Paffrath (2023), dass der Lateinunterricht – insbesondere seit der Neuausrichtung mit dem Fokus auf Sprachbildung in den letzten Jahren – seinen traditionellen Status als Fach mit hoher Selektionswirkung weitgehend verloren habe. Vielmehr wirke der Lateinunterricht mittlerweile als „Bildungskatalysator“, der insbesondere benachteiligte Lernende in ihrem Bildungserfolg unterstütze.

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Einleitung und Zielbestimmung

  • Sophie K. Maas

摘要

Der Lateinunterricht wird im öffentlichen, bildungspolitischen und didaktischen Diskurs häufig kontrovers bewertet. Während er in der Öffentlichkeit und auch von vielen Eltern als „nutzloses und verstaubtes Fach mit elitärem Bildungsanspruch“ wahrgenommen wird, das eher Selektionsmechanismen im Gymnasium bedient als einen Beitrag zu alltagsbezogener Bildung leistet, hat sich in den vergangenen Jahren auch eine gegenteilige Perspektive etabliert: So argumentiert etwa Paffrath (2023), dass der Lateinunterricht – insbesondere seit der Neuausrichtung mit dem Fokus auf Sprachbildung in den letzten Jahren – seinen traditionellen Status als Fach mit hoher Selektionswirkung weitgehend verloren habe. Vielmehr wirke der Lateinunterricht mittlerweile als „Bildungskatalysator“, der insbesondere benachteiligte Lernende in ihrem Bildungserfolg unterstütze.