Die Realisierung von Hochbauprojekten in Deutschland sieht sich mit persistenten und vielschichtigen Herausforderungen konfrontiert, welche die traditionellen Vorgehensweisen der Branche zunehmend an ihre systemischen Grenzen führen. Während die Produktivität in der Bauwirtschaft über die letzten zwei Jahrzehnte international nur um rund ein Prozent jährlich wuchs und damit signifikant hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie insbesondere der des produzierenden Gewerbes zurückblieb, gehören signifikante Zeit- und Kostenüberschreitungen nach wie vor zu den prägenden Merkmalen zahlreicher Bauvorhaben [1; 2]. Diese Problematik, die durch einen sich stetig verschärfenden Fachkräftemangel zusätzlich an Brisanz gewinnt, wurzelt tief in der fundamentalen Natur der Bauindustrie. Im Gegensatz zur hochgradig standardisierten Fertigungsindustrie ist der Bausektor durch die Produktion von Unikaten an wechselnden Standorten gekennzeichnet, was jeden Auftrag zu einem singulären Projekt mit individuellen Rahmenbedingungen macht [3; 4]. Die steigende Komplexität, die aus neuen technischen Anforderungen, der Notwendigkeit nachhaltiger Bauweisen und der fortschreitenden Digitalisierung erwächst, erhöht den Planungs- und Koordinationsaufwand zusätzlich und stellt die etablierten Managementprozesse auf eine harte Probe.

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Einleitung

  • Hüseyin Kizil

摘要

Die Realisierung von Hochbauprojekten in Deutschland sieht sich mit persistenten und vielschichtigen Herausforderungen konfrontiert, welche die traditionellen Vorgehensweisen der Branche zunehmend an ihre systemischen Grenzen führen. Während die Produktivität in der Bauwirtschaft über die letzten zwei Jahrzehnte international nur um rund ein Prozent jährlich wuchs und damit signifikant hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie insbesondere der des produzierenden Gewerbes zurückblieb, gehören signifikante Zeit- und Kostenüberschreitungen nach wie vor zu den prägenden Merkmalen zahlreicher Bauvorhaben [1; 2]. Diese Problematik, die durch einen sich stetig verschärfenden Fachkräftemangel zusätzlich an Brisanz gewinnt, wurzelt tief in der fundamentalen Natur der Bauindustrie. Im Gegensatz zur hochgradig standardisierten Fertigungsindustrie ist der Bausektor durch die Produktion von Unikaten an wechselnden Standorten gekennzeichnet, was jeden Auftrag zu einem singulären Projekt mit individuellen Rahmenbedingungen macht [3; 4]. Die steigende Komplexität, die aus neuen technischen Anforderungen, der Notwendigkeit nachhaltiger Bauweisen und der fortschreitenden Digitalisierung erwächst, erhöht den Planungs- und Koordinationsaufwand zusätzlich und stellt die etablierten Managementprozesse auf eine harte Probe.