Konzepte und Theorien zu Landschaft und ihre Resonanz in politischen bzw. normativen Zugängen zu Landschaft
摘要
Theorien von und Konzepte zu Landschaft werden in unterschiedlichen Wissenschaften, wie der Philosophie, der Soziologie, der Psychologie, der Geografie, der Landschaftsplanung- und -architektur, entwickelt. Dennoch ist das Thema Landschaft in diesen Wissenschaften kein prominenter Gegenstand der theoretischen Befassung, schließlich wird sie – teilweise bis in die Gegenwart hinein – als unzuhinterfragender physischer Gegenstand verstanden. Viele Ergebnisse landschaftsbezogener Reflexionsprozesse erhalten damit eher den Charakter von Konzepten, denn von Theorien. Sie sind also weniger Erklärungsmodelle auf Grundlage von ausformulierten Annahmen (zum Beispiel philosophischen Überlegungen oder empirischen Befunden), sondern eher von einer bestimmten (Ziel-)Vorstellung von Landschaft geprägt, die es zu begründen gilt. Bevor einzelne Theorien und Konzepte zum Thema Landschaft dargestellt werden können, gilt es über die in den Kap. 2 und 4 dargestellten konstruktivistischen Ansätze hinausgreifende grundsätzliche Landschaftsverständnisse – insbesondere zur Frage, was sich unter Landschaft verstehen lässt – zu betrachten (Abschn. 6.1). Daran anschließend wird das bis heute insbesondere in den Planungsdisziplinen wirkmächtige Konzept der ‚geographischen‘ Landschaft dargestellt (Abschn. 6.2), bevor das weite Feld der ästhetischen Landschaftsbefassung angesprochen wird (Abschn. 6.3). Die Komponente der Zeitlichkeit von Landschaft stellt die Überlegungen zu Eigenlogik und Pfadabhängigkeit landschaftlicher Entwicklungen in das Zentrum der Betrachtung (Abschn. 6.4). In dem Abschnitt zum Landschaftsbewusstsein (Abschn. 6.5) wird das Verhältnis zwischen individuell aktualisierter gesellschaftlicher Landschaft und gesellschaftlicher Landschaft thematisiert. Die Betrachtung von Landschaft aus Perspektive der kritischen Wissenschaft befasst sich insbesondere mit Fragen zum Zusammenhang von Macht und Landschaft (Abschn. 6.6). Wie deutlich die Vorstellungen – auch von Wissenschaftlern – von Landschaft von weltanschaulichen Grundeinstellungen abhängen, wird in Abschn. 6.8 thematisiert, bevor die normative Bedeutung von Landschaftstheorien und -konzepten behandelt wird (Abschn. 6.8.5). Dieses Kapitel fasst wesentliche Strömungen theoretischer und konzeptioneller Landschaftsbetrachtung zusammen und ordnet teilweise ähnliche Ansätze einander zu. Dabei gilt es, Prinzipien und Logiken der wissenschaftlichen Befassung mit Landschaft in den Vordergrund zu rücken und weniger, eine umfassende Sammlung landschaftstheoretischer Betrachtungen zu betreiben.