Geschenktes Leben. Bildungsangebot zu „Hirntod und Organspende“ im Religions- und Ethikunterricht
摘要
Jeder Mensch muss sich dem Phänomen der Endlichkeit stellen – zumeist zunächst der eines Anderen, früher oder später auch der eigenen. Die Berührung mit dem Sterben und dem Tod findet dabei zu unterschiedlichen Zeitpunkten und Anlässen im Leben statt. Für Jugendliche kann ein solcher Anlass die Auseinandersetzung mit dem Thema „Hirntod und Organspende“ sein. Dieses steht in einem vielfältigen und komplexen Zusammenhang: hier die vom Tode bedrohten Patienten, die in einer existenziellen Notlage auf eine Organzuteilung hoffen, sowie deren Angehörige und alle daran beruflich und ehrenamtlich beteiligten Personen und Institutionen, dort die Spender und deren Angehörige, Mediziner und Pflegende, Wissenschaftler und Juristen, letztlich alle weiteren gesellschaftlich relevanten Gruppen in Politik, Ethik und religiösen Gemeinschaften, die sich bei der Etablierung von Regeln der Organtransplantation beteiligen. Ziel ist es dabei, Akzeptanz und einen weitestgehenden Konsens in der Gesellschaft zu erreichen. Alle Bundesbürger sind angehalten, sich über Organspende zu informieren und die eigene Spendebereitschaft zu klären. Deshalb werden Jugendliche mit Eintritt in das Berufsleben, mit ungefähr 16 Jahren, von ihrer entsprechenden Krankenkasse angeschrieben. „Hirntod“ und „Organspende“ sind zwei Begriffe, mit denen sie sich also nicht nur abstrakt, sondern auch existenziell auseinandersetzen müssen. Ein Bildungsangebot in dieser Phase kann für Jugendliche ein wichtiger Impuls für die Meinungsbildung sein, der sie anregt und ihnen neue Perspektiven eröffnet. Im Folgenden wird ein mehrfach erprobtes, medizinethisches Projekt für den Religions- und Ethikunterricht in Abschlussklassen der Mittelschule vorgestellt. Der Autor und Anbieter ist Mediziner.