„Keine Einführung von Abtreibungen durch die Hintertür …“ Reproduktionsrechte, die „katholischen“ Länder Irland und Polen, und die EG/EU
摘要
Die zumeist weiblichen Demonstrant:innen, die nach dem das polnische Abtreibungsrecht weiter einschränkenden Urteil des Verfassungstribunals im Oktober 2020 auf die Straße gingen, führten neben Plakaten, die ihre Ablehnung des Urteils artikulierten, auch Flaggen der Europäischen Union mit sich. Gerade die EU galt für sie als eine Hoffnung, um den Auswüchsen der Rechtsprechung der nationalkonservativen Regierung und des – so die Lesart der Demonstrant:innen – ihr untergeordneten Verfassungstribunals Einhalt zu gebieten. Als Symbol hierfür können die Erklärungen von Regierungsvertreter:innen Dänemarks und Schwedens gelten, die ihren weiblichen Geschlechtsgenossinnen in Polen die Möglichkeit einer legalen Abtreibung in ihren Ländern ermöglichen wollten. In die gleiche Richtung ging die Resolution des Europäischen Parlaments (2022), das das Recht von Frauen auf Zugang zu sicheren, legalen Schwangerschaftsabbrüchen unterstrich.