Die Große Französische Revolution bedeutet nicht nur einen epochalen Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte sondern zugleich wie bereits angedeutet einen lichten Höhepunkt der Moderne. Durch sie wurde ein verfassungsmäßig festgeschriebener Zukunftsdreiklang für weltweite Menschenwürde veranlagt. Dafür jedenfalls versprach Frankreich laut seiner 1793 endgültig verabschiedeten Verfassung, sich als verantwortliche Schutzmacht einzusetzen. Von da an dauerte es etwa zehn Jahre, bis Napoleon als inzwischen zum Kaiser der Franzosen gekrönter Imperator begann, Teile des so verfassten Revolutionsversprechens als Begründung für europaweiten Eroberungsfeldzüge umzusetzen. Das gelang ihm mittels seines genialen Organisationstalents und der weltweit schlagkräftigsten Armee. Dies drang bis 1812 von Lissabon im Westen bis nach Moskau im Osten. Wobei allerdings die Halbwertzeit seiner so gigantischen Eroberungen und damit auch Systemreformen nicht lange währte. Schon 1815 musste er nach der vernichtenden Niederlage in der Schlacht von Waterloo als Kaiser der Franzosen abdanken. Damit verschwand auch schlagartig sein über weite Teile Europas gehaltener Schutzschirm für die Einhaltung zumindest bestimmter Menschenrechte. Doch allein schon dies genügte, um diese Ideale trotz alsbald folgender Restauration kulturell zumindest in gehobenen Bildungskreisen zu verankern. Dazu trugen nicht unwesentlich die von den Revolutionsimpulsen inspirierten deutschen Klassiker und Frühromantiker in Jena bei (Schloen 2024, S. 14 ff.).

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Die epochenwandelnde Universalienlosung der Großen Französischen Revolution

  • Brüne Schloen

摘要

Die Große Französische Revolution bedeutet nicht nur einen epochalen Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte sondern zugleich wie bereits angedeutet einen lichten Höhepunkt der Moderne. Durch sie wurde ein verfassungsmäßig festgeschriebener Zukunftsdreiklang für weltweite Menschenwürde veranlagt. Dafür jedenfalls versprach Frankreich laut seiner 1793 endgültig verabschiedeten Verfassung, sich als verantwortliche Schutzmacht einzusetzen. Von da an dauerte es etwa zehn Jahre, bis Napoleon als inzwischen zum Kaiser der Franzosen gekrönter Imperator begann, Teile des so verfassten Revolutionsversprechens als Begründung für europaweiten Eroberungsfeldzüge umzusetzen. Das gelang ihm mittels seines genialen Organisationstalents und der weltweit schlagkräftigsten Armee. Dies drang bis 1812 von Lissabon im Westen bis nach Moskau im Osten. Wobei allerdings die Halbwertzeit seiner so gigantischen Eroberungen und damit auch Systemreformen nicht lange währte. Schon 1815 musste er nach der vernichtenden Niederlage in der Schlacht von Waterloo als Kaiser der Franzosen abdanken. Damit verschwand auch schlagartig sein über weite Teile Europas gehaltener Schutzschirm für die Einhaltung zumindest bestimmter Menschenrechte. Doch allein schon dies genügte, um diese Ideale trotz alsbald folgender Restauration kulturell zumindest in gehobenen Bildungskreisen zu verankern. Dazu trugen nicht unwesentlich die von den Revolutionsimpulsen inspirierten deutschen Klassiker und Frühromantiker in Jena bei (Schloen 2024, S. 14 ff.).