Warum Industriepolitik attraktiv ist
摘要
Der Dualismus aus einer vertikalen und einer horizontalen Industriepolitik bildet eine praktikable Grundlage für die begriffliche Umschreibung industriepolitischer Eingriffe. Während Maßnahmen der horizontalen Industriepolitik auf eine Stärkung der Rahmenbedingungen in ihrer ganzen Breite setzen, beruht vertikale Industriepolitik auf selektiven Interventionen der öffentlichen Hand mittels Subventionen und Regulierungen zugunsten einzelner Technologien, Unternehmen oder Branchen. Das Instrumentarium vertikaler Industriepolitik wirkt damit strukturgestaltend und trägt, anders als horizontal angelegte Maßnahmen, in der Regel nicht dazu bei, die gesamtwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten zu erweitern. Vertikale industriepolitische Eingriffe folgen auch eher der Logik strategischen Verhaltens von politischen Entscheidungsträgern im Wettbewerb um Wählerstimmen. Das Medianwählertheorem aus der Ökonomischen Theorie der Demokratie bietet Erklärungen für dieses Verhalten, die für die Expansion industriepolitischen Handelns in Deutschland von Relevanz sind. Dem Verwaltungsapparat kommt als Treiber der industriepolitischen Expansion keine entscheidende Rolle zu, auch wenn Principal-Agent-Relationen zwischen der Beamtenschaft und den jeweiligen politischen Leitungen der Ministerien den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Apparates begrenzte Spielräume zur Durchsetzung industriepolitischer Vorstellungen eröffnen.