Das Kapitel befasst sich mit den Potenzialen interkultureller Pädagogik. Im Zentrum steht das Konzept der kulturellen Pluriformität, das die Kookkurrenz verschiedener inkorporierter, objektivierter und institutionalisierter (inter)kultureller Kapitalressourcen betont. Entscheidend ist dabei nicht nur deren Vorhandensein, sondern insbesondere ihre Bewertung und Konvertierbarkeit innerhalb gesellschaftlicher Machtfelder. In Bildungseinrichtungen spiegeln sich Kämpfe um kulturelle Anerkennung und Legitimität in besonderer Weise wider. Gleichzeitig verfügen sie über das Potenzial zur reflexiven Auseinandersetzung mit dem vermeintlich Fremden ebenso wie mit dem vermeintlich Vertrauten. Diese Auseinandersetzung entsteht in institutionellen Konstellationen, die selbst reflexionsfähig sein müssen, um transformative Bildungsprozesse zu ermöglichen. Pädagogische Professionalität bedeutet in diesem Zusammenhang, die eigene Positionierung im Machtgefüge kontinuierlich zu reflektieren. Dekoloniale Perspektiven fordern eine kritische Auseinandersetzung mit (neo)kolonialen Machtverhältnissen und rücken pluriversale Wissensordnungen ins Zentrum. Die Infragestellung westlich-hegemonialer Wissenssysteme wird dabei als notwendige Haltung verstanden, um dominante Bildungsstandards zu irritieren. Die intersektionale Analyse macht schließlich sichtbar, wie (inter)kulturelle Ressourcen entlang gesellschaftlicher Differenzkategorien ungleich bewertet werden. Interkulturelle Pädagogik profiliert sich so als emanzipatorische Praxis, die kulturelle Pluriformität kontextualisiert, strukturelle Bedingungen transformiert und auf epistemische Gerechtigkeit sowie gleichberechtigte Teilhabe zielt.

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Potenziale interkultureller Pädagogik

  • Andreas Pöllmann

摘要

Das Kapitel befasst sich mit den Potenzialen interkultureller Pädagogik. Im Zentrum steht das Konzept der kulturellen Pluriformität, das die Kookkurrenz verschiedener inkorporierter, objektivierter und institutionalisierter (inter)kultureller Kapitalressourcen betont. Entscheidend ist dabei nicht nur deren Vorhandensein, sondern insbesondere ihre Bewertung und Konvertierbarkeit innerhalb gesellschaftlicher Machtfelder. In Bildungseinrichtungen spiegeln sich Kämpfe um kulturelle Anerkennung und Legitimität in besonderer Weise wider. Gleichzeitig verfügen sie über das Potenzial zur reflexiven Auseinandersetzung mit dem vermeintlich Fremden ebenso wie mit dem vermeintlich Vertrauten. Diese Auseinandersetzung entsteht in institutionellen Konstellationen, die selbst reflexionsfähig sein müssen, um transformative Bildungsprozesse zu ermöglichen. Pädagogische Professionalität bedeutet in diesem Zusammenhang, die eigene Positionierung im Machtgefüge kontinuierlich zu reflektieren. Dekoloniale Perspektiven fordern eine kritische Auseinandersetzung mit (neo)kolonialen Machtverhältnissen und rücken pluriversale Wissensordnungen ins Zentrum. Die Infragestellung westlich-hegemonialer Wissenssysteme wird dabei als notwendige Haltung verstanden, um dominante Bildungsstandards zu irritieren. Die intersektionale Analyse macht schließlich sichtbar, wie (inter)kulturelle Ressourcen entlang gesellschaftlicher Differenzkategorien ungleich bewertet werden. Interkulturelle Pädagogik profiliert sich so als emanzipatorische Praxis, die kulturelle Pluriformität kontextualisiert, strukturelle Bedingungen transformiert und auf epistemische Gerechtigkeit sowie gleichberechtigte Teilhabe zielt.