Dieses einleitende Kapitel skizziert die Grundzüge einer kritischen interkulturellen Pädagogik, die gesellschaftliche Vielfalt als Ausgangspunkt emanzipatorischer Bildungsprozesse versteht. In den Fokus rücken zunächst vier zentrale Fallstricke – kulturelle Uniformität, verdeckter Assimilationismus, Kompetenzanmaßungen und Neutralitätspostulate – durch welche die pädagogische Praxis häufig zur Reproduktion hegemonialer Ordnungen beiträgt. Dagegen wird interkulturelle Bildung als kulturell pluriformer, reflexiver, dekolonialer und intersektionaler Prozess konzipiert, der Bildungsräume als kontextsensible Aushandlungsorte begreift. Innovative Konzepte wie kulturelle Pluriformität und intersektionale Interkulturalität eröffnen neue Perspektiven auf eine solidarische und machtsensible Bildungspraxis. Bedeutend sind zudem forschungsbezogene Fragen nach Inhalten, Methoden, Orten, beteiligten Akteur*innen und den zugrunde liegenden Motivationen interkultureller Bildungsprozesse. Die Einbeziehung globaler Perspektiven aus vielfältigen Bildungssettings soll dominante Selbstverständlichkeiten irritieren und transnationale Lernprozesse fördern. Angestrebt wird eine professionelle Handlungskompetenz, die sich durch Introspektion, dialogisches Lernen, kritische Urteilskraft und Empathie auszeichnet. So wird interkulturelle Pädagogik als transformatives Projekt erkennbar, das bestehende Machtverhältnisse analysiert und alternative Bildungsräume erschließt.

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Einleitung

  • Andreas Pöllmann

摘要

Dieses einleitende Kapitel skizziert die Grundzüge einer kritischen interkulturellen Pädagogik, die gesellschaftliche Vielfalt als Ausgangspunkt emanzipatorischer Bildungsprozesse versteht. In den Fokus rücken zunächst vier zentrale Fallstricke – kulturelle Uniformität, verdeckter Assimilationismus, Kompetenzanmaßungen und Neutralitätspostulate – durch welche die pädagogische Praxis häufig zur Reproduktion hegemonialer Ordnungen beiträgt. Dagegen wird interkulturelle Bildung als kulturell pluriformer, reflexiver, dekolonialer und intersektionaler Prozess konzipiert, der Bildungsräume als kontextsensible Aushandlungsorte begreift. Innovative Konzepte wie kulturelle Pluriformität und intersektionale Interkulturalität eröffnen neue Perspektiven auf eine solidarische und machtsensible Bildungspraxis. Bedeutend sind zudem forschungsbezogene Fragen nach Inhalten, Methoden, Orten, beteiligten Akteur*innen und den zugrunde liegenden Motivationen interkultureller Bildungsprozesse. Die Einbeziehung globaler Perspektiven aus vielfältigen Bildungssettings soll dominante Selbstverständlichkeiten irritieren und transnationale Lernprozesse fördern. Angestrebt wird eine professionelle Handlungskompetenz, die sich durch Introspektion, dialogisches Lernen, kritische Urteilskraft und Empathie auszeichnet. So wird interkulturelle Pädagogik als transformatives Projekt erkennbar, das bestehende Machtverhältnisse analysiert und alternative Bildungsräume erschließt.