Einführung und Grundlagen des Theaterbetriebs
摘要
Schwerpunkt des Kapitels ist die Einführung in die aktuellen Herausforderungen und Zukunftsprobleme der Theaterbetriebe, um die Folie zu beschreiben, auf deren Hintergrund das Management der Theater stattfinden muss. Wichtigstes Ziel ist es, die Theater mit den richtigen Instrumenten resilient und gestärkt aus komplexen Situationen und Krisen herauszuführen und so die Zukunft der Theaterorganisationen zu sichern. Zu den großen Problemen zählen u. a. die inflationsbedingten Kostenaufwüchse in den Theaterbetrieben, die vor allem durch einen hohen Personalkostenanteil von etwa 75–80 % schnell in einen Bereich getrieben werden, in dem die Theater nicht mehr auskömmlich finanziert werden können. Das wird durch tendenziell sinkende Zuwendungen und Kürzungen verstärkt, die die Theaterbetriebe mittel- bis langfristig dabei hemmen, so reibungslos und exzellent wie noch vor 20 Jahren zu arbeiten. Strukturelle und organisationale Verkrustungen der Theaterbetriebe stehen im Zentrum der Herausforderungen und führen dazu, dass die Dringlichkeit von Reformen nicht gesehen wird und sich kleinere Problemlagen sehr schnell zu großen Krisen ausweiten können. Hinzu kommen Probleme, die entstehen, weil alle Macht auf eine Person, den Intendanten, ausgerichtet ist, wodurch die Theater immer mehr zu einer sehr hierarchischen, Intendanten-zentrierten Organisation geworden sind, in der eine Person die Ansagen macht. Ein weiterer Problemkreis ist damit verbunden, das über Jahrzehnte vergessen wurde, in die Theaterbauten und ihre Technik intensiver zu investieren, sodass sich viele Häuser heute inmitten großer Generalsanierungen ihrer Spiel- und Probenstätten befinden – falls hierfür die finanziellen Mittel in ausreichendem Maße aufgebracht werden können. Das hat wiederum negative Auswirkungen auf den Probenbetrieb und die künstlerische Exzellenz der Inszenierungen und hält zugleich viele Zuschauer*innen davon ab, das Theater zu besuchen, wie sie es kennen (Stand 2025: Augsburg, Coburg, Greifswald, Köln, Trier, Weimar und die Komische Oper Berlin).