Bildungspolitik und Bildungssystem
摘要
Die Finanz- und Wirtschaftkrise ging auch am Bildungssystem nicht spurlos vorbei und verstärkten einen verhängnisvollen Trend. 1995 investierte die sozialistische Regierung noch 5,5 % des BIP in die Bildung, ihre konservative Nachfolgerin senkte den Anteil auf 4,9 %, in der Krise fiel der Anteil, trotz rückläufigen Gesamthaushalten, weiter zurück und lag 2013 nur noch bei 4,3 %. 2015 sank der Anteil schließlich auf 4,1 % und wurde in der EU nur noch von Rumänien, Irland, Bulgarien und Italien unterboten. Dabei wurden die Aufwendungen im Bildungssystem bis 2009 von der sozialistischen Regierung gesteigert, ab 2010 begannen die Kürzungen, die von der konservativen Regierung fortgesetzt und intensiviert wurden. Erst ab 2015 wurde auch im Zuge steigender Gesamthaushalte wieder mehr in das Bildungssystem investiert. 2019 erreichten die Bildungsausgaben im Kontext einer wachsenden Wirtschaft 4,2 %, stiegen in der Corona-Pandemie durch den Rückgang des BIP auf knapp fünf Prozent an und lagen zuletzt zwischen 4,5 und 4,7 %. Der Anteil an den öffentlichen Gesamtausgaben lag 2008 bei 11,3 % und wurde bis 2014 auf 9,6 % gesenkt, er lag 2016 nur noch bei 8,0 % und konnte bis 2023 auf 9,25 % erhöht werden. Dieser Ausgabenanteil befand sich 2021 1,5 % unter dem EU-Durchschnitt und fast zwei Prozent unter dem der OECD-Staaten. Zum einen ist die Höhe der Bildungsausgaben abhängig vom verfügbaren Haushaltsvolumen, d. h. in Krisenzeiten wurde unabhängig von der Regierungscoleur im Bildungssystem gespart. Allerdings fielen diese Einsparungen bei den konservativen Regierungen stets deutlicher aus. Im Vergleich mit den EU- und OECD-Staaten waren die Ausgaben des Landes pro Schüler 2021 deutlich niedriger (11.246 €, EU 12.478 €, OECD 12.860 €). In der Primarstufe werden 9214 € pro Schüler ausgegeben (EU 10.388 €, OECD 10.772 €), in der Sekundarstufe sind es 11.350 € (EU 12.060 €, OECD 12.059 €) und in der beruflichen und universitären Bildung sind es 14.167 € (EU 18.125 €, OECD 18.552 €). Damit fällt der Unterschied insbesondere im Tertärbereich besonders auf, wobei die Ausgaben in der beruflichen Bildung noch deutlichen hinter denen für die Universitäten zurückbleiben. Seit dem Tiefpunkt 2014 stiegen die Ausgaben im Bildungswesen um knapp 20 %. Auffällig sind auch die großen Unterschiede zwischen den Autonomen Gemeinschaften, betrachtet man den Anteil am Haushaltsaufkommen, so haben Murcia (25,11 %), das Baskenland (23,65 %) und Andalusien (23,49 %) die höchsten Anteile. Auch Kantabrien, Murcia und Madrid geben über ein Fünftel aus. Besonders niedrig fallen die Ausgaben in Navarra (15,78 %), Asturien (16,59 %) und Katalonien (17,46 %) aus. Berechnet man die Ausgaben pro Kopf, so sind sie in Madrid (878 €), Katalonien (1015 €) und Asturien (1028 €) besonders niedrig, während im Baskenland (1592 €), Navarra (1467 €) und Extremadura (1302 €) mehr aufgewendet wird. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis hat sich seit der Jahrtausendwende weiter verbessert, so kamen 2022 auf einen Lehrer in der Primarstufe durchschnittlich 12,3 Schüler (2014: 13,5, 2001: 14,7, 1990: 20,4), in der Sekundarstufe 10,9 (2014: 11,8, 2001: 13,9, 1990: 15,2) und im Tertiärbereich 10,1 (2014: 11,3, 2001: 16,5, 1990: 12,3). Damit liegt das Land auf allen Ebenen unter den EU-Durchschnittswerten (Primarstufe: 13,3, Sekundarstufe: 11,6, Tertiärbereich: 11,2). Noch günstiger ist das Verhältnis in Kantabrien (9,1), Extremadura (9,4), Galicien und Asturien (beide 9,9), während es in Madrid (12,9), Katalonien (11,9) und Murcia (11,8) besonders ungünstig ist (vgl. Ministerio de Educación 2024, S. 8–17).