Das Franco-Regime erließ sein Pressegesetz noch während des Bürgerkriegs 1938, es schuf eine strikte Vorzensur und Berufsregister für Journalisten. Unter dem Gründer der konservativen Partei und späteren galicischen Regionalpräsidenten Fraga wurde die Zensur in der Endphase des Franco-Regimes gelockert. Sie ließ im Gesetz der Presse und des Drucks (Ley de prensa e imprenta) neben der staatlichen und der regimenahen privaten auch kritische Presse zu. Die Vorzensur wurde abgeschafft und die Herausgeber und Publikationsverantwortlichen in den Verlagen wurden benannt. Dies modernisierte die Presselandschaft erheblich. 1971 wurde die Zeitung Cambio (Wandel) gegründet, die zunächst auf Wirtschaftsthemen spezialisiert war und sich später auf kritische Berichterstattung ausdehnte. Ab 1973 konnte dann weitgehend frei berichtet werden. Nach dem Tod Francos verfügte die Presse über den Zugang zur Öffentlichkeit, den die Gewerkschaften und die noch verbotenen Parteien benötigten, um ihre Konzepte vorzustellen und den politischen Wandel zu befördern. Die Presse berichtete über Streiks, Demonstrationen und andere Aktionen. Das franquistische Parlament funktionierte nicht als Artikulationsorgan der in der Bevölkerung vorhandenen Positionen und Meinungen, so musste der Diskurs über die Zukunft des Landes nach dem Tod des Diktators öffentlich stattfinden. In der Verfassung fand die Pressefreiheit Eingang und jede Vorzensur wurde ausdrücklich verboten (Art. 20 CE). Die Grenzen findet die Pressefreiheit wie in allen demokratischen Systemen in den Persönlichkeitsrechten. Schon 1972 hatte eine Verlagsgesellschaft beim Publikationsregister die Zulassung einer Zeitung mit dem Titel El País (das Land) beantragt, erscheinen konnte die Zeitung jedoch erst 1976 nach dem Tod des Diktators. Das Verlagskapital war unter 1200 Aktionären verteilt, die ein politisches Spektrum von kommunistischen bis hin zu konservativen Kräften abdeckten. Die Zeitung „wurde zu einer Wegbegleiterin der spanischen Transition [sic] und verfügt spätestens seit ihrer kämpferisch-prodemokratischen Haltung während des Putschversuchs am 23.2.1981 über den Nimbus einer Hüterin demokratischer Werte“ (Barrios 2009, S. 746).

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Massenmedien

  • Gordon Carmele

摘要

Das Franco-Regime erließ sein Pressegesetz noch während des Bürgerkriegs 1938, es schuf eine strikte Vorzensur und Berufsregister für Journalisten. Unter dem Gründer der konservativen Partei und späteren galicischen Regionalpräsidenten Fraga wurde die Zensur in der Endphase des Franco-Regimes gelockert. Sie ließ im Gesetz der Presse und des Drucks (Ley de prensa e imprenta) neben der staatlichen und der regimenahen privaten auch kritische Presse zu. Die Vorzensur wurde abgeschafft und die Herausgeber und Publikationsverantwortlichen in den Verlagen wurden benannt. Dies modernisierte die Presselandschaft erheblich. 1971 wurde die Zeitung Cambio (Wandel) gegründet, die zunächst auf Wirtschaftsthemen spezialisiert war und sich später auf kritische Berichterstattung ausdehnte. Ab 1973 konnte dann weitgehend frei berichtet werden. Nach dem Tod Francos verfügte die Presse über den Zugang zur Öffentlichkeit, den die Gewerkschaften und die noch verbotenen Parteien benötigten, um ihre Konzepte vorzustellen und den politischen Wandel zu befördern. Die Presse berichtete über Streiks, Demonstrationen und andere Aktionen. Das franquistische Parlament funktionierte nicht als Artikulationsorgan der in der Bevölkerung vorhandenen Positionen und Meinungen, so musste der Diskurs über die Zukunft des Landes nach dem Tod des Diktators öffentlich stattfinden. In der Verfassung fand die Pressefreiheit Eingang und jede Vorzensur wurde ausdrücklich verboten (Art. 20 CE). Die Grenzen findet die Pressefreiheit wie in allen demokratischen Systemen in den Persönlichkeitsrechten. Schon 1972 hatte eine Verlagsgesellschaft beim Publikationsregister die Zulassung einer Zeitung mit dem Titel El País (das Land) beantragt, erscheinen konnte die Zeitung jedoch erst 1976 nach dem Tod des Diktators. Das Verlagskapital war unter 1200 Aktionären verteilt, die ein politisches Spektrum von kommunistischen bis hin zu konservativen Kräften abdeckten. Die Zeitung „wurde zu einer Wegbegleiterin der spanischen Transition [sic] und verfügt spätestens seit ihrer kämpferisch-prodemokratischen Haltung während des Putschversuchs am 23.2.1981 über den Nimbus einer Hüterin demokratischer Werte“ (Barrios 2009, S. 746).