In der Politik Südkoreas nimmt die durch Teilung und Krieg bedingte Nordkoreapolitik einen zentralen Platz ein. Insbesondere seit der Demokratisierung hat diese sowohl die Innen- als auch die Außenpolitik zuweilen sogar in dramatischer Weise beeinflusst. Zwischen dem Ende des Koreakrieges 1953 bis zur Demokratisierung 1987/88 hatte jede Regierung Pläne oder Vorschläge zur Wiedervereinigung bekannt gegeben, wenngleich diese häufig genug in erster Linie der Legitimierung der jeweiligen Machthaber dienen sollten. Aber auch darin kommt die besondere Bedeutung der Nordkoreafrage für Südkorea zum Ausdruck. Umgekehrt hatte auch in Nordkorea die Südkoreapolitik einen hohen Stellenwert. Gerade in den 1950er und 1960er Jahren zeigte sich Nordkorea besonders aktiv mit Vorschlägen, den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen beiden Ländern zu fördern und der militärischen Konfrontation entgegenzuwirken. 1956 brachte Kim Il Sung auf dem 3. Parteitag der Partei der Arbeit Koreas (Joseon Rodongdang) seine Bereitschaft zum Ausdruck, eine ständige Kommission zu bilden, an der Vertreter beider Regierungen, Parlamente, Parteien und anderer gesellschaftlicher Organisationen gleichberechtigt teilnehmen sollten. Kim Il Sung fühlte sich damals dem Süden gegenüber deutlich überlegen. In der Tat hatte sich die nordkoreanische Wirtschaft schneller als die des Südens von den Kriegsfolgen erholt und zur Legitimierung und Stabilisierung der Herrschaft Kim Il Sungs beigetragen.

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  • Eun-Jeung Lee

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In der Politik Südkoreas nimmt die durch Teilung und Krieg bedingte Nordkoreapolitik einen zentralen Platz ein. Insbesondere seit der Demokratisierung hat diese sowohl die Innen- als auch die Außenpolitik zuweilen sogar in dramatischer Weise beeinflusst. Zwischen dem Ende des Koreakrieges 1953 bis zur Demokratisierung 1987/88 hatte jede Regierung Pläne oder Vorschläge zur Wiedervereinigung bekannt gegeben, wenngleich diese häufig genug in erster Linie der Legitimierung der jeweiligen Machthaber dienen sollten. Aber auch darin kommt die besondere Bedeutung der Nordkoreafrage für Südkorea zum Ausdruck. Umgekehrt hatte auch in Nordkorea die Südkoreapolitik einen hohen Stellenwert. Gerade in den 1950er und 1960er Jahren zeigte sich Nordkorea besonders aktiv mit Vorschlägen, den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen beiden Ländern zu fördern und der militärischen Konfrontation entgegenzuwirken. 1956 brachte Kim Il Sung auf dem 3. Parteitag der Partei der Arbeit Koreas (Joseon Rodongdang) seine Bereitschaft zum Ausdruck, eine ständige Kommission zu bilden, an der Vertreter beider Regierungen, Parlamente, Parteien und anderer gesellschaftlicher Organisationen gleichberechtigt teilnehmen sollten. Kim Il Sung fühlte sich damals dem Süden gegenüber deutlich überlegen. In der Tat hatte sich die nordkoreanische Wirtschaft schneller als die des Südens von den Kriegsfolgen erholt und zur Legitimierung und Stabilisierung der Herrschaft Kim Il Sungs beigetragen.