Kultur
摘要
Im vormodernen Korea verstand sich die herrschende Elite als Garant für die Verwirklichung der konfuzianischen Lehre im gesellschaftlichen und politischen Leben des Landes. Auch heute noch tauchen in westlichen Medien und Studien häufig Verweise auf die konfuzianische Kultur Koreas, die das Land zudem bis heute prägen soll, auf. Der Konfuzianismus als Staatsideologie hatte das Land in der Tat über fünf Jahrhunderte (1392–1910) geprägt. Archäologische Ausgrabungen haben erbracht, dass bereits zu Zeiten der chinesischen Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) konfuzianische Klassiker wie Lunyu in Korea vorhanden waren. Bereits während des Königreichs Vereintes Shilla (668–935) war ein durch den Konfuzianismus geprägtes Staatsexamenssystem aufgebaut worden. Im 8. Jahrhundert behauptete ein Gesandter der Königin von Shilla gegenüber Vertretern von Tang China ganz stolz, dass Korea „das Land der Edlen gunjaguk“ und „das Land der Sitte/Höflichkeit dongbang yeuijiguk“ im Sinne der konfuzianischen Lehre sei. Bis heute ist diese Selbstwahrnehmung Koreas als gunjaguk und dongbang yeuijiguk trotz des rasanten gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Wandels, den das Land hinter sich hat, nicht aus dem allgemeinen Bewusstsein verschwunden. Diese Begriffe sind in Literatur und Medien häufig zu finden.