Langer Weg zur Demokratie
摘要
„Die Republik Korea ist eine demokratische Republik.“ So lautet der erste Absatz des ersten Artikels der Verfassung Südkoreas. Für diese Demokratie mussten die Bürger Südkoreas lange Jahre hart kämpfen. Denn nach dem Ende des Koreakrieges 1953 und bis zur Demokratisierung 1987 löste in Südkorea ein autoritäres Regime das andere ab. 1960 und 1980 kehrte kurz ein demokratischer Frühling ein, doch blieben das nur Episoden in der Geschichte der Diktaturen von Rhee Syng Man, Park Chung Hee und Chun Doo Hwan. Der kalte und der heiße Krieg trugen maßgeblich dazu bei, dass der starke Staat der Kolonialzeit fortbestand und sich fortentwickelte. Als vorgerückte, letzte Bastion gegen den Kommunismus wurde Südkorea militärisch hochgerüstet, während der Antikommunismus die Legitimationsgrundlage der autoritären Herrscher bildete. Antikommunismus und „nationale Sicherheit“ wurden eingesetzt, um die Bürger zu unterjochen und die politische Opposition brutal zu unterdrücken. Die vormaligen pro-japanischen Kollaborateure zeigten gegenüber ihrem neuen Staat blinde Loyalität. Umso mehr lehnten sie das Andere, die Kommunisten im Norden ab und bekämpften diejenigen mit allen Mitteln, die sie im eigenen Land für Kommunisten hielten. Den Bürgern in Südkorea redeten diese Kollaborateure ein, die Kommunisten seien das Andere, das besiegt und überwunden werden müsse. Die Koreakriegserfahrung wie auch später der Vietnamkrieg ließen sich zu diesem Zweck wunderbar instrumentalisieren.