In einer globalisierten, transnational vernetzten Welt, die gekennzeichnet ist von freiwilligen und erzwungenen Migrationsbewegungen, von Infragestellungen des Nationalen als Ordnungsprinzip und zugleich Reaktivierungen des Nationalen in retrotopischen Zukunftsvisionen (Bauman, 2017), als Reaktion auf die damit verbundene Irritation des ‚Gewohnten‘, die sich autoritäre Regierungen zunutze macht, kann die Forschung zum deutschen Auslandsschulwesen, das zeigt dieser Band, als ein mögliches analytisches Brennglas verstanden werden. Unter diesem werden die aufgezeigten Spannungsfelder aus einer den Band kennzeichnenden Perspektive erziehungswissenschaftlicher Migrationsforschung besonders augenscheinlich. Der Rückblick auf die Beiträge des Bandes zeigt in eben dieser Perspektive inhaltliche Querverbindungen zwischen diesen auf und akzentuiert damit auch ein erweitertes Verständnis von transnationalen Bildungsräumen. Diese werden zwar zunächst in einem ganz spezifischen geographischen Kontext manifest über die Fokussierung auf DAS. Ihre transnationale Bedeutung und Reichweite erweist sich jedoch als weit über diese hinausreichend und in ihren Effekten nicht grundsätzlich steuerbar. Damit wird das, in Adicks (2005, S. 262) Systematisierung ursprünglich als Transnationalisierung „von oben“ definierte, deutsche Auslandschulwesen zu einem spannenden, bisher kaum beachteten Feld erziehungswissenschaftlicher Migationsforschung, zu dessen weiterer Bearbeitung der Rückblick aus einer macht- und diskriminierungskritischen Perspektive offene Fragen formuliert, die sich aus den Beiträgen des Bandes ergeben.

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Deutsche Auslandsschulen als transnationale Agent*innen demokratischer Bildungsideale? Ein Rückblick auf die Beiträge aus der Perspektive erziehungswissenschaftlicher Migrationsforschung

  • Yasemin Karakaşoğlu

摘要

In einer globalisierten, transnational vernetzten Welt, die gekennzeichnet ist von freiwilligen und erzwungenen Migrationsbewegungen, von Infragestellungen des Nationalen als Ordnungsprinzip und zugleich Reaktivierungen des Nationalen in retrotopischen Zukunftsvisionen (Bauman, 2017), als Reaktion auf die damit verbundene Irritation des ‚Gewohnten‘, die sich autoritäre Regierungen zunutze macht, kann die Forschung zum deutschen Auslandsschulwesen, das zeigt dieser Band, als ein mögliches analytisches Brennglas verstanden werden. Unter diesem werden die aufgezeigten Spannungsfelder aus einer den Band kennzeichnenden Perspektive erziehungswissenschaftlicher Migrationsforschung besonders augenscheinlich. Der Rückblick auf die Beiträge des Bandes zeigt in eben dieser Perspektive inhaltliche Querverbindungen zwischen diesen auf und akzentuiert damit auch ein erweitertes Verständnis von transnationalen Bildungsräumen. Diese werden zwar zunächst in einem ganz spezifischen geographischen Kontext manifest über die Fokussierung auf DAS. Ihre transnationale Bedeutung und Reichweite erweist sich jedoch als weit über diese hinausreichend und in ihren Effekten nicht grundsätzlich steuerbar. Damit wird das, in Adicks (2005, S. 262) Systematisierung ursprünglich als Transnationalisierung „von oben“ definierte, deutsche Auslandschulwesen zu einem spannenden, bisher kaum beachteten Feld erziehungswissenschaftlicher Migationsforschung, zu dessen weiterer Bearbeitung der Rückblick aus einer macht- und diskriminierungskritischen Perspektive offene Fragen formuliert, die sich aus den Beiträgen des Bandes ergeben.