Theoretischer Rahmen
摘要
Das Ziel dieses Kapitels ist es, eine Heuristik zu erarbeiten, die eine Passung zu der grundlagentheoretischen Rahmung und methodologischen Ausrichtung der Studie aufweist und den Analyseprozess anleitet. Zunächst wird die Familie als Erfahrungsraum (3.1) definiert. Zum einen wird die Familie unter Rückgriff auf die Prämissen der praxeologischen Wissenssoziologie (3.1.1) als konjunktiver Erfahrungsraum (3.1.2) verstanden und zum anderen als Resonanz- und Entfremdungsraum (3.1.3). Daran anschließend wird eine Definition von Familienerziehung hergeleitet (3.2). Als Grundlage dient der Erziehungsbegriff der Operativen Pädagogik nach Prange, der im ersten Kapitel (3.2.1) dargestellt wird. Anschließend wird der operative Erziehungsbegriff praxeologisch gedeutet und unter Berücksichtigung des Forschungsstands der Familienerziehung die Heuristik der ,Erziehungsgestalt‘ entfaltet (3.2.2). Ein Fazit (3.2.3) schließt das Kapitel ab. Neben Erziehung ist ,Konflikt‘ der zentrale Begriff der Studie. Ziel des anschließenden Kapitels (3.3) ist die Betrachtung von (Geschwister-)Konflikten aus praxeologischer Perspektive. Ausgehend von soziologischen Definitionen wird ein praxeologischer Konfliktbegriff entwickelt. Unterschiedliche Dimensionen der Konfliktpraxis werden aufgefächert: physische und psychische Gewalt, das Streiten als rationale Konfliktpraxis sowie die Konkurrenz als indirekter Konflikt. Zudem wird aufgezeigt, wie Konflikte und Erziehung zusammenhängen. Die Eltern sind ,Dritte‘ in den Konflikten ihrer Kinder und erziehen sie. Abschließend wird die Heuristik der Erziehungsgestalt mit den Erkenntnissen zur Konfliktpraxis erweitert und finalisiert sowie die Forschungsfrage konkretisiert (3.4).