Die Bibliothek von Babel: Vom Wissen zum Gewussten und die Grenzen des Computers
摘要
Die Geschichte der „Bibliothek von Babel“, die der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges 1940 veröffentlicht hat, eignet sich, um zu zeigen, dass die mathematisch/formallogische Konstruktion von schriftlichen Texten auf Basis des Alphabets im Gegensatz zur sinngeleiteten Konstruktion durch Menschen zu absurden Ergebnissen führen kann. Diese Argumentation lässt sich auf die heutigen LLMs übertragen, auch wenn die ganz anders funktionieren: Sie konstruieren kein Wissen, sondern nur kontextabhängiges, situatives und personalisiertes Gewusstes. Sie stellen so eine Grundkategorie menschlicher Handlungen, Denkvorgänge und Interpretationen in Frage, mit gefährlichen Folgen. Dies führt weiter zu der These, dass wir anstatt einer Digitalisierung mit von Computerprogrammen gebildeten Satzketten eine Digitalisierung brauchen, die von den Menschen kontrolliert wird, die sie benutzen und die ihnen dient. Dann kann die digitale Transformation gegen die derzeit vorherrschenden Digitalunternehmen und deren Gewalt in generationenübergreifenden solidarischen Formen gestaltet werden. Dies setzt allerdings einerseits widerständige Sozialisationsprozesse der kommenden Generationen, andererseits aber auch voraus, dass sich die heutigen Erwachsenen nicht resignativ zurückziehen, sondern sich engagiert und solidarisch mit den damit verbundenen Fragen auseinandersetzen.