Die Produktion von Sozialisationsbedingungen: Algorithmische Medien, „Audience datafication“ und Agency
摘要
Der Beitrag bietet einen differenzierten Blick auf die Transformation medialer Agency im Kontext der Digitalisierung und Datafizierung. Nutzer*innen agieren nicht mehr nur als Rezipient*innen, sondern werden zu Datenproduzent*innen in algorithmisch gesteuerten Datenkreisläufen. Am Beispiel des Streamingdienstes Netflix wird gezeigt, wie Empfehlungsalgorithmen, Interface-Design und Plattform-Agency individuelle Handlungsspielräume sowohl eröffnen als auch begrenzen. Nutzer*innen passen sich algorithmischen Strukturen an, können diese aber auch durch reflexive und widerständige Praktiken hinterfragen und umgehen. Das Konzept der „algorithmic imaginary“ beschreibt, wie gesellschaftliche Erwartungen und Diskurse über Algorithmen die Agency der Nutzer*innen prägen. Trotz bestehender Machtasymmetrien zugunsten von Medienunternehmen bleibt Agency in datengetriebenen Medienumgebungen situativ, fluide und nicht vollständig kontrollierbar. Die kritische Reflexion dieser Dynamiken eröffnet neue Perspektiven für die Erforschung von Medienhandeln und Agency in einer zunehmend datafizierten Kommunikationslandschaft und unterstreicht die Notwendigkeit medienkompetente und kritische Nutzer*innenperspektiven in die Forschung einzubeziehen, um die Auswirkungen datafizierter Kommunikationsstrukturen umfassend zu verstehen.