Die Sozialisationsperspektive in der Medienforschung widmet sich der Frage, wie Menschen in und mit medialen Umwelten aufwachsen, wie sie von diesen geprägt werden, diese aber auch eigenmächtig aneignen und mitgestalten. Eine hohe mediale Durchdringung und Verdichtung von Alltag und Kommunikation wird dabei seit langem konstatiert. Datafizierung und Automatisierung stellen neuartige „Kontexte“ des Heranwachsens und Lebens mit Medien dar. Menschen bewegen sich zunehmend in datenintensiven, „smarten“ Umgebungen. Kommunikationsmedien zeigen sich integral verkoppelt mit Dateninfrastrukturen. Eine moderne Mediensozialisationsforschung nimmt die ‚Tiefe‘ digitaltechnischer Infrastruktur als vertikale Ebene in ihre konzeptuellen und empirischen Designs auf. Während die prinzipielle Sozialisationswirksamkeit und Prägekraft von Datafizierung und Automatisierung unstrittig scheinen, stellen sich dabei grundlegende theoretische, empirische und auch normative Fragen nach Handlungsmacht und ihrer Verteilung: Was etwa heißt – aus der Perspektive interaktionistischer Sozialisationsforschung gefragt – „produktive Realitätsverarbeitung“ in „smarten“ Umgebungen? Wie ist die qualitativ veränderte (Eigen-)Aktivität „smarter“ Umgebungen angemessen in Beschreibungen und Bewertungen von Prozessen der Mediensozialisation einzubinden?

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Mediensozialisation in „smarten“ Umgebungen. Einführung in den Band

  • Wolfgang Reißmann,
  • Laura Sūna

摘要

Die Sozialisationsperspektive in der Medienforschung widmet sich der Frage, wie Menschen in und mit medialen Umwelten aufwachsen, wie sie von diesen geprägt werden, diese aber auch eigenmächtig aneignen und mitgestalten. Eine hohe mediale Durchdringung und Verdichtung von Alltag und Kommunikation wird dabei seit langem konstatiert. Datafizierung und Automatisierung stellen neuartige „Kontexte“ des Heranwachsens und Lebens mit Medien dar. Menschen bewegen sich zunehmend in datenintensiven, „smarten“ Umgebungen. Kommunikationsmedien zeigen sich integral verkoppelt mit Dateninfrastrukturen. Eine moderne Mediensozialisationsforschung nimmt die ‚Tiefe‘ digitaltechnischer Infrastruktur als vertikale Ebene in ihre konzeptuellen und empirischen Designs auf. Während die prinzipielle Sozialisationswirksamkeit und Prägekraft von Datafizierung und Automatisierung unstrittig scheinen, stellen sich dabei grundlegende theoretische, empirische und auch normative Fragen nach Handlungsmacht und ihrer Verteilung: Was etwa heißt – aus der Perspektive interaktionistischer Sozialisationsforschung gefragt – „produktive Realitätsverarbeitung“ in „smarten“ Umgebungen? Wie ist die qualitativ veränderte (Eigen-)Aktivität „smarter“ Umgebungen angemessen in Beschreibungen und Bewertungen von Prozessen der Mediensozialisation einzubinden?