Mainstream-Parteien als Problem für die liberale Demokratie
摘要
Dass die populistisch-radikale Rechte eine Gefahr für die Demokratie darstellt, gilt aus den genannten Gründen in der Politikwissenschaft weitgehend als Common Sense. Wahlerfolge solcher Parteien sollten daher Anlass zur Sorge geben. Allerdings haben rechtsradikale Parteien in keinem westeuropäischen Land die absolute Mehrheit erreicht und erlangen selten mehr als 30 Prozent der Stimmen (im Durchschnitt etwa 20 Prozent – siehe Tabelle 3.1). Das ist zweifelsohne kein Grund den Aufstieg dieser Parteien zu verharmlosen, denn sie sind in der Lage, fremdenfeindliche, diskriminierende und illiberale Diskurse zu normalisieren, die Bildung demokratischer Mehrheiten in Parlamenten zu erschweren und die Politik maßgeblich zu beeinflussen. Zudem sind sie zusammen mit Mitte-Rechts-Parteien zum Teil selbst an Regierungen beteiligt, wodurch sie direkten Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen können.