Empirische Betrachtungen von „Radikalität“ im Kontext des Islamischen Religionsunterrichts
摘要
Der vorliegende Beitrag diskutiert die präventive Funktion des Islamischen Religionsunterrichts (IRU). Basierend auf einer Interviewstudie mit neun Lehrkräften des IRU geht er der Frage nach, was Lehrkräfte als radikal verstehen und wie sie mit radikalen Verhaltensweisen von Schüler:innen umgehen. Es wird argumentiert, dass die befragten IRU-Lehrkräfte eine Reihe unterschiedlicher Verhaltensweisen und Einstellungen mit „Radikalität“ in Verbindung setzen, die somit zum Gegenstand ihres pädagogischen Handelns im IRU werden können. Im Umgang mit konkreten Situationen, in denen Schüler:innen „radikale“ Positionierungen einnehmen, agieren die Lehrkräfte behutsam und vorsichtig – ein Vorgehen, das notwendig erscheint, um stigmatisierende Effekte zu vermeiden, die mit vorschnellen Gefahrenzuschreibungen gegenüber sich möglicherweise radikalisierenden Schüler:innen einhergehen können. Während die Ergebnisse der Befragung damit die Annahme präventiver Effekte des IRU plausibilisieren, macht der Beitrag auch auf Herausforderungen aufmerksam, mit denen das noch junge Fach im Kontext der Radikalisierungsprävention konfrontiert ist.