Multilokalität als grenzüberschreitende Erweiterung der Ethnografie
摘要
Anknüpfend an die Ethnografie und ihr Verhältnis zur praxistheoretischen Methodologie der vorliegenden Studie ist eine methodische Erweiterung erforderlich, um die ortsübergreifenden Logiken der Praxis angemessen zu berücksichtigen. Ausgangspunkt bildet dabei ein Sozialitätsverständnis, dem zufolge sich Praktiken nicht nur singulär oder einmalig an einzelnen Lokalitäten realisieren, sondern als multilokale Phänomene zu begreifen sind („in the conceptual frameworks of hybrid, dispersed, networked, and transnational, and thus, supra-local figurations“, Bollig et al. 2015: 15; vgl. Carnin 2020: 111 f.). Demnach transzendieren Praktiken raum-zeitliche Begrenzungen und entfalten ihre jeweilige Logik situationsübergreifend an unterschiedlichen Orten und unter Beteiligung verschiedener Akteur*innen und Artefakte (vgl. Amelina 2019: 41; Jaeger/Nieswand 2022: 7).