Problembewusstsein und Forschungspraxis: Wie steht es um die Einbeziehung gering literalisierter Menschen in die empirischen Sozialforschung?
摘要
Im vorliegenden Beitrag wird das Spannungsfeld zwischen Problembewusstsein und der tatsächlichen Berücksichtigung von Menschen mit geringer Literalität in der empirischen Sozialforschung durch Forschende untersucht. Trotz eines zunehmenden Bewusstseins für die Herausforderungen, mit denen gering literalisierte Menschen konfrontiert sind, zeigt eine quantitative Befragung von Wissenschaftler:innen im Rahmen des LitInvolve-Projektes, dass deren Einbeziehung in Forschungsprojekte oft unzureichend bleibt. Der Beitrag beginnt mit einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Konzept des Problembewusstseins aus soziologischer Sicht und beleuchtet dessen Relevanz für soziale Gerechtigkeit. Anschließend werden die Ergebnisse der Befragung präsentiert, die auf signifikante Diskrepanzen zwischen dem theoretisch formulierten Problembewusstsein und der praktischen Umsetzung hinweisen. Die Diskussion analysiert die zugrunde liegenden Barrieren und bietet Empfehlungen zur Verbesserung der Forschungspraxis.