Ausgangspunkt dieser Untersuchung stellte die Beobachtung dar, dass Protest in der Gesellschaft, der Berichterstattung wie auch in sozialen Medien allgegenwärtig ist. Im Allgemeinen wie öffentlichen Diskurs dominiert vor diesem Hintergrund die Vorstellung, dass sich einige Protestbewegungen dabei bewusst ‚medial‘ in Szene setzen, um ihr Anliegen in Politik und Gesellschaft zu tragen. Zweifelsohne finden sich gegenwärtige Protestbewegungen in einem hybriden Mediensystem wieder, was ihre Optionen vervielfacht hat, öffentlich in Erscheinung zu treten. Während einige Protestbewegungen von all diesen kommunikativen Möglichkeiten intensiv Gebrauch machen, geben sich andere dagegen eher zurückhaltend. Angesichts dieser Entwicklungen hat sich diese Arbeit das Ziel gesetzt, das Verhältnis zwischen Protestbewegungen und ‚Medien‘ neu zu evaluieren. Eine breitangelegte Interviewstudie (N = 33) mit kommunikationsverantwortlichen Aktivist:innen diverser Protestbewegungen in Deutschland gab dazu über das übliche Fallstudien-Niveau hinaus einen systematisch-vergleichenden, detaillierten Einblick in deren Kommunikationsbemühungen. Sie zeigt auf, dass Berichterstattung für viele der Protestbewegungen (immer noch) Gewicht hat, sie in einem hybriden Medienumfeld aber auch sozialen Medien ein großes Wirkpotential zuschreiben. In dieser Hinsicht erwiesen sich Protestbewegungen als prädestiniert für Medialisierungsprozesse. Allerdings geht daraus nicht zwangsweise hervor, dass sie sich an deren Spielregeln anpassen. Vielmehr konnten in ihrer Ausrichtung zur Berichterstattung und dem Einsatz sozialer Medien in dieser Studie vier Typen von Protestbewegungen identifiziert werden.

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Fazit und Ausblick

  • Marlene Strehler-Schaaf

摘要

Ausgangspunkt dieser Untersuchung stellte die Beobachtung dar, dass Protest in der Gesellschaft, der Berichterstattung wie auch in sozialen Medien allgegenwärtig ist. Im Allgemeinen wie öffentlichen Diskurs dominiert vor diesem Hintergrund die Vorstellung, dass sich einige Protestbewegungen dabei bewusst ‚medial‘ in Szene setzen, um ihr Anliegen in Politik und Gesellschaft zu tragen. Zweifelsohne finden sich gegenwärtige Protestbewegungen in einem hybriden Mediensystem wieder, was ihre Optionen vervielfacht hat, öffentlich in Erscheinung zu treten. Während einige Protestbewegungen von all diesen kommunikativen Möglichkeiten intensiv Gebrauch machen, geben sich andere dagegen eher zurückhaltend. Angesichts dieser Entwicklungen hat sich diese Arbeit das Ziel gesetzt, das Verhältnis zwischen Protestbewegungen und ‚Medien‘ neu zu evaluieren. Eine breitangelegte Interviewstudie (N = 33) mit kommunikationsverantwortlichen Aktivist:innen diverser Protestbewegungen in Deutschland gab dazu über das übliche Fallstudien-Niveau hinaus einen systematisch-vergleichenden, detaillierten Einblick in deren Kommunikationsbemühungen. Sie zeigt auf, dass Berichterstattung für viele der Protestbewegungen (immer noch) Gewicht hat, sie in einem hybriden Medienumfeld aber auch sozialen Medien ein großes Wirkpotential zuschreiben. In dieser Hinsicht erwiesen sich Protestbewegungen als prädestiniert für Medialisierungsprozesse. Allerdings geht daraus nicht zwangsweise hervor, dass sie sich an deren Spielregeln anpassen. Vielmehr konnten in ihrer Ausrichtung zur Berichterstattung und dem Einsatz sozialer Medien in dieser Studie vier Typen von Protestbewegungen identifiziert werden.