Einsatzkräfte der polizeilichen Spezialeinheiten, wie das Spezialeinsatzkommando, müssen in unvorhersehbaren und zeitkritischen Einsatzlagen unter Lebensgefahr möglichst richtige Entscheidungen treffen können. Der Einsatzkontext erlaubt keine analytische Entscheidungsfindung, sondern verlangt intuitives Entscheidungsverhalten von den Einsatzkräften. In der angewandten Kognitionswissenschaft wird für komplexe Arbeitsumgebungen von naturalistischer Entscheidungsfindung gesprochen. Das Recognition Primed-Decision (RPD)-Modell von Gary Klein beschreibt, wie Einsatzkräfte in komplexen Arbeitsumgebungen effektiv Entscheidungen treffen, in dem in einer konkreten Situation Muster erkannt, damit assoziierte Handlungsoptionen schnell abgerufen und durch mentale Simulation angepasst werden können. Dieses Modell kann als Rahmenmodell die kognitionspsychologische Grundlage für Personalauswahl, Einsatz und Training der polizeilichen Spezialeinheiten liefern. Der Beitrag stellt zuerst kursorisch die grundlegenden Modi der Informationsverarbeitung vor und geht dabei zentral auf das RPD-Modell ein, um abschließend die Implikationen für die polizeilichen Spezialeinheiten zu diskutieren.

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Naturalistische Entscheidungsfindung bei Einsatzkräften der polizeilichen Spezialeinheiten: Ein Rahmenmodell für Personalauswahl, Einsatz und Training

  • Stefan Schade,
  • Markus M. Thielgen

摘要

Einsatzkräfte der polizeilichen Spezialeinheiten, wie das Spezialeinsatzkommando, müssen in unvorhersehbaren und zeitkritischen Einsatzlagen unter Lebensgefahr möglichst richtige Entscheidungen treffen können. Der Einsatzkontext erlaubt keine analytische Entscheidungsfindung, sondern verlangt intuitives Entscheidungsverhalten von den Einsatzkräften. In der angewandten Kognitionswissenschaft wird für komplexe Arbeitsumgebungen von naturalistischer Entscheidungsfindung gesprochen. Das Recognition Primed-Decision (RPD)-Modell von Gary Klein beschreibt, wie Einsatzkräfte in komplexen Arbeitsumgebungen effektiv Entscheidungen treffen, in dem in einer konkreten Situation Muster erkannt, damit assoziierte Handlungsoptionen schnell abgerufen und durch mentale Simulation angepasst werden können. Dieses Modell kann als Rahmenmodell die kognitionspsychologische Grundlage für Personalauswahl, Einsatz und Training der polizeilichen Spezialeinheiten liefern. Der Beitrag stellt zuerst kursorisch die grundlegenden Modi der Informationsverarbeitung vor und geht dabei zentral auf das RPD-Modell ein, um abschließend die Implikationen für die polizeilichen Spezialeinheiten zu diskutieren.