In Tunesien bildete sich in den Jahren nach 2011 eine junge Generation von Unternehmerinnen heraus, die wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlichem Wandel verknüpfte. Internationale Organisationen unterstützten diesen Anspruch, indem sie Startups als Triebkräfte für Entwicklung und Demokratisierung förderten. Die Arbeit untersucht kritisch, inwiefern diese Gleichsetzung von ökonomischer Innovation und sozialem Fortschritt trägt. Im Zentrum steht das Verhältnis zwischen unternehmerischem Handeln und institutionellem Wandel im Kontext der politischen und digitalen Transformation Tunesiens. Auf Grundlage eines relationalen Ansatzes, der Bourdieus Sozialtheorie mit dem Historischen Institutionalismus verbindet, wird Unternehmertum als sozial eingebetteter Prozess verstanden. Ziel ist es, die Bedingungen zu identifizieren, unter denen Startup-Unternehmerinnen tatsächlich zu Akteuren gesellschaftlicher Veränderung werden.

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Einleitung

  • Katrin Sold

摘要

In Tunesien bildete sich in den Jahren nach 2011 eine junge Generation von Unternehmerinnen heraus, die wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlichem Wandel verknüpfte. Internationale Organisationen unterstützten diesen Anspruch, indem sie Startups als Triebkräfte für Entwicklung und Demokratisierung förderten. Die Arbeit untersucht kritisch, inwiefern diese Gleichsetzung von ökonomischer Innovation und sozialem Fortschritt trägt. Im Zentrum steht das Verhältnis zwischen unternehmerischem Handeln und institutionellem Wandel im Kontext der politischen und digitalen Transformation Tunesiens. Auf Grundlage eines relationalen Ansatzes, der Bourdieus Sozialtheorie mit dem Historischen Institutionalismus verbindet, wird Unternehmertum als sozial eingebetteter Prozess verstanden. Ziel ist es, die Bedingungen zu identifizieren, unter denen Startup-Unternehmerinnen tatsächlich zu Akteuren gesellschaftlicher Veränderung werden.