Internationale Studien zeigen, dass Arbeitgeber:innen, die Flüchtlinge eingestellt haben, mit deren Leistung weitgehend zufrieden waren, wahrscheinlich wieder aus dieser Gruppe rekrutieren werden und geflüchtete Arbeitssuchende an Kolleg:innen in der Branche weiterempfehlen wollen (Lundborg & Skedinger, 2016; Szkudlarek et al., 2019). Zu den Vorteilen der Rekrutierung von Flüchtlingen zählen höhere Bindungsquoten, mehr Vielfalt und eine Stärkung der Unternehmensreputation bzw. der eigenen Marke. Befürchtungen, dass die Einstellung von Flüchtlingen zu Unzufriedenheit bei anderen Mitarbeiter:innen und Kund:innen führen könnte, erwiesen sich dagegen meist als unbegründet. Laut Daten der Europäischen Wertestudie unterstützt eine Mehrheit der Bevölkerung in Österreich Integration durch Arbeit (Aichholzer et al., 2019). Die in früheren Dekaden vorherrschende Angst, zugewanderte Menschen würden Einheimischen die Arbeitsplätze wegnehmen, ist aufgrund geänderter struktureller Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt und des bereits eingetretenen demografischen Wandels deutlich gesunken. Vielmehr wird der Beitrag migrantischer Arbeitskräfte zu Schlüsselsektoren und systemerhaltenden Berufen geschätzt. Dazu zählen Landwirtschaft, Abwasser‐ und Abfallentsorgung, Bau, Pflege‐ sowie Hauspersonal – in all diesen, meist von schlechten Arbeitsbedingungen, niedrigen Löhnen und prekären Verhältnissen gekennzeichneten Branchen sind Arbeitnehmer:innen mit Flucht‐ bzw. Migrationshintergrund überrepräsentiert (Schönherr et al., 2022).

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Warum Geflüchtete einstellen? Argumente aus der Wissenschaft

  • Judith Kohlenberger

摘要

Internationale Studien zeigen, dass Arbeitgeber:innen, die Flüchtlinge eingestellt haben, mit deren Leistung weitgehend zufrieden waren, wahrscheinlich wieder aus dieser Gruppe rekrutieren werden und geflüchtete Arbeitssuchende an Kolleg:innen in der Branche weiterempfehlen wollen (Lundborg & Skedinger, 2016; Szkudlarek et al., 2019). Zu den Vorteilen der Rekrutierung von Flüchtlingen zählen höhere Bindungsquoten, mehr Vielfalt und eine Stärkung der Unternehmensreputation bzw. der eigenen Marke. Befürchtungen, dass die Einstellung von Flüchtlingen zu Unzufriedenheit bei anderen Mitarbeiter:innen und Kund:innen führen könnte, erwiesen sich dagegen meist als unbegründet. Laut Daten der Europäischen Wertestudie unterstützt eine Mehrheit der Bevölkerung in Österreich Integration durch Arbeit (Aichholzer et al., 2019). Die in früheren Dekaden vorherrschende Angst, zugewanderte Menschen würden Einheimischen die Arbeitsplätze wegnehmen, ist aufgrund geänderter struktureller Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt und des bereits eingetretenen demografischen Wandels deutlich gesunken. Vielmehr wird der Beitrag migrantischer Arbeitskräfte zu Schlüsselsektoren und systemerhaltenden Berufen geschätzt. Dazu zählen Landwirtschaft, Abwasser‐ und Abfallentsorgung, Bau, Pflege‐ sowie Hauspersonal – in all diesen, meist von schlechten Arbeitsbedingungen, niedrigen Löhnen und prekären Verhältnissen gekennzeichneten Branchen sind Arbeitnehmer:innen mit Flucht‐ bzw. Migrationshintergrund überrepräsentiert (Schönherr et al., 2022).