Als Antwort auf die durch die digitale Transformation herbeigeführten gesellschaftlichen Herausforderungen zielt die Bewegung des Digitalen Humanismus darauf ab, den technologischen Fortschritt mit humanistischen Werten zu kombinieren, um somit eine möglichst menschenzentrierte Entwicklung der digitalen Transformation zu fördern. Viele der in diesem Kontext gestellten Forderungen lassen sich im Zusammenhang mit dem hoch relevanten KI‐Themenfeld unter dem Begriff „Human‐in‐the‐Loop“ zusammenfassen, d. h. der Vorstellung, dass Menschen nach wie vor bei (besonders wichtigen oder sensiblen) Entscheidungsfindungsverfahren beteiligt sein müssen. Der vorliegende Beitrag diskutiert die Rolle von Human‐in‐the‐Loop‐Ansätzen im Kontext des Digitalen Humanismus. Es wird argumentiert, dass Human‐in‐the‐Loop in vielen Fällen nicht mit einer fortschrittlichen bzw. humanistischen Auffassung zur digitalen Transformation vereinbar ist, sondern eher den Ausdruck eines konservativen bzw. technologiekritischen Standpunkts darstellt. Als ergänzende Alternative zur Verwirklichung der Ziele des digitalen Humanismus wird ein partizipativer, auf anderen Beteiligungsformen (bspw. Co‐Creation) basierender Ansatz nahegelegt, der die Teilhabe einschlägiger Stakeholder ermöglicht und somit Menschenzentriertheit erfüllt, ohne in die ausschließlichen Lösungskonzepte der Human‐in‐the‐Loop‐Ansätze zu münden.

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Digitaler Humanismus jenseits von „Human-in-the-Loop“

  • Peter Parycek,
  • Diogo Sasdelli,
  • Noella Edelmann

摘要

Als Antwort auf die durch die digitale Transformation herbeigeführten gesellschaftlichen Herausforderungen zielt die Bewegung des Digitalen Humanismus darauf ab, den technologischen Fortschritt mit humanistischen Werten zu kombinieren, um somit eine möglichst menschenzentrierte Entwicklung der digitalen Transformation zu fördern. Viele der in diesem Kontext gestellten Forderungen lassen sich im Zusammenhang mit dem hoch relevanten KI‐Themenfeld unter dem Begriff „Human‐in‐the‐Loop“ zusammenfassen, d. h. der Vorstellung, dass Menschen nach wie vor bei (besonders wichtigen oder sensiblen) Entscheidungsfindungsverfahren beteiligt sein müssen. Der vorliegende Beitrag diskutiert die Rolle von Human‐in‐the‐Loop‐Ansätzen im Kontext des Digitalen Humanismus. Es wird argumentiert, dass Human‐in‐the‐Loop in vielen Fällen nicht mit einer fortschrittlichen bzw. humanistischen Auffassung zur digitalen Transformation vereinbar ist, sondern eher den Ausdruck eines konservativen bzw. technologiekritischen Standpunkts darstellt. Als ergänzende Alternative zur Verwirklichung der Ziele des digitalen Humanismus wird ein partizipativer, auf anderen Beteiligungsformen (bspw. Co‐Creation) basierender Ansatz nahegelegt, der die Teilhabe einschlägiger Stakeholder ermöglicht und somit Menschenzentriertheit erfüllt, ohne in die ausschließlichen Lösungskonzepte der Human‐in‐the‐Loop‐Ansätze zu münden.