Konjunkturen der Wohnungsnot
摘要
Im Schlusskapitel wird die anfangs noch magere Heuristik dessen, was ich als Grauzone der Wohnungsnot bezeichne, mit den im Zuge der Forschung gesammelten und im Rahmen der Analyse theoretisierten Bestimmungen gefüllt. Es ergibt sich ein facettenreiches, aber strukturiertes Konzept. Die materiellen Ungleichheiten im Feld des Wohnens sowie die gesellschaftlichen Dynamiken der Prekarisierung, Entkoppelung und Exklusion strukturieren in erster Linie das Erscheinungsbild der Wohnungsnot, wenngleich man methodisch geleitet unter die Oberfläche dieser Erscheinungen vordringen muss, um die Mechanismen zu verstehen, in denen materielle Struktur und symbolische Strukturierung im Feld des Wohnens zusammenwirken. Die Formen, wie Menschen praktisch und psychisch mit prekärem Wohnen umgehen, sind an der Strukturierung dieses Feldes beteiligt. An der symbolischen wie materiellen Abgrenzung der Grauzone der Wohnungsnot von manifesten Formen der Wohnungs- und Obdachlosigkeit sind insbesondere identitäre Spaltungen beteiligt, wie sie in autoritären Versuchen der Krisenbewältigung vorherrschen. Die Befunde werden daher abschließend in Bezug auf ihre politische Relevanz für die heutige Gesellschaft, deren Autoritarismus zunehmend offener zutage tritt, eingeordnet.