Zum Verhältnis von Psyche und Gesellschaft: Voraussetzungen der Triangulierung von Habitus- und Tiefenhermeneutik
摘要
Die Ergebnisse meiner hermeneutischen Analysen bestätigen die Annahme, dass Alfred Lorenzers interaktionstheoretisches Subjektverständnis immanente Berührungspunkte mit Pierre Bourdieus praxistheoretischer Konzeption des Habitus aufweist. Die theoretische Nähe zwischen diesen Spielarten soziologischer und psychoanalytischer Sozialisationstheorie ist methodologisch in einem ähnlichen Erkenntnisinteresse von Habitus- und Tiefenhermeneutik verankert: Es geht beiden darum, latente Sinnstrukturen zu untersuchen, die nach Auffassung der jeweiligen Theorien in die Formen der Praxis bzw. der Interaktion eingelassen sind. Vor diesem Hintergrund sind die im vorigen Kapitel diskutierten Spielarten des Autoritarismus nicht nur als Fallvergleich, sondern auch als ein Vorschlag dahingehend zu verstehen, wie eine theoretisierende Zusammenführung der hermeneutischen Analyseschritte aussehen könnte. Die Untersuchung endet daher mit einigen theoretisch-methodologischen Überlegungen zum Verhältnis von Gesellschaft und Psyche.