Kapitel 2 skizziert die historische Entwicklung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Ausgehend von der Einbettung von Sorgearbeit in vorindustriellen Haushaltsstrukturen werden zentrale Umbrüche durch Industrialisierung, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und wohlfahrtsstaatliche Entwicklungen analysiert. Die zunehmende Trennung von Erwerbs- und Care-Arbeit führte zu deren gesellschaftlicher Abwertung, insbesondere im Hinblick auf familiäre Pflegeverantwortung. Feministische Debatten ab den 1960er Jahren und die „Second Wave“ des Feminismus rückten die strukturelle Unsichtbarkeit von Sorgearbeit in den Fokus. In der Folge wurde der Work-Family-Conflict als wissenschaftliches Modell etabliert, das die psychischen und physischen Belastungen pflegender Angehöriger im Erwerbsleben beschreibt. Die betriebswirtschaftliche Forschung identifizierte in diesem Kontext steigende Fehlzeiten, Produktivitätseinbußen und Fluktuationskosten. Erste Vereinbarkeitsmaßnahmen sowie rechtliche Regelungen entstanden als Reaktion auf diese Herausforderungen. Unternehmen begannen, familiäre Pflichten als Managementthema aufzugreifen, insbesondere im Rahmen von Retention-Strategien. Das Kapitel legt damit die historische und begriffliche Grundlage für die Analyse aktueller Spannungsfelder zwischen Pflegeverantwortung und Erwerbsarbeit.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Historischer Rückblick auf die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

  • Katja Knauthe

摘要

Kapitel 2 skizziert die historische Entwicklung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Ausgehend von der Einbettung von Sorgearbeit in vorindustriellen Haushaltsstrukturen werden zentrale Umbrüche durch Industrialisierung, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und wohlfahrtsstaatliche Entwicklungen analysiert. Die zunehmende Trennung von Erwerbs- und Care-Arbeit führte zu deren gesellschaftlicher Abwertung, insbesondere im Hinblick auf familiäre Pflegeverantwortung. Feministische Debatten ab den 1960er Jahren und die „Second Wave“ des Feminismus rückten die strukturelle Unsichtbarkeit von Sorgearbeit in den Fokus. In der Folge wurde der Work-Family-Conflict als wissenschaftliches Modell etabliert, das die psychischen und physischen Belastungen pflegender Angehöriger im Erwerbsleben beschreibt. Die betriebswirtschaftliche Forschung identifizierte in diesem Kontext steigende Fehlzeiten, Produktivitätseinbußen und Fluktuationskosten. Erste Vereinbarkeitsmaßnahmen sowie rechtliche Regelungen entstanden als Reaktion auf diese Herausforderungen. Unternehmen begannen, familiäre Pflichten als Managementthema aufzugreifen, insbesondere im Rahmen von Retention-Strategien. Das Kapitel legt damit die historische und begriffliche Grundlage für die Analyse aktueller Spannungsfelder zwischen Pflegeverantwortung und Erwerbsarbeit.