Die qualitative Ausrichtung der vorliegenden Arbeit zeigt sich in der zentralen Rolle, die dem Kontext der Politisierung von Glyphosat zugesprochen wird. Theunert (vgl. 2008, S. 303) versteht solch eine Kontextsensitivität als Kernmerkmal qualitativer Sozialforschung. Ang (2008, S. 63) stellt darüber hinaus fest, dass es unmöglich sei „jedwede soziale oder textuelle Bedeutung jenseits der komplexen Situation, in der sie entsteht, zu bestimmen“. Daher nimmt die Beschreibung der relevanten Kontexte und die darauf aufbauende Erarbeitung zentraler Kontextfaktoren für das Verstehen der Politisierung von Glyphosat einen wesentlichen Umfang in Anspruch. Der kontextsensitiven Logik folgend soll ein Kontextmodell der Politisierung von Glyphosat bzw. von menschengemachten Risiken erstellt werden. Mit Blick auf den Untersuchungsgegenstand und das Erkenntnisinteresse folgt die Arbeit vornehmlich einer Makroperspektive auf Kontext (vgl. dazu Kostiučenko und Kuhnhenn 2022, S. 291–298). Für den Bereich landwirtschaftlicher Biotechnologie stellen Brossard und Nisbet (vgl. 2007, S. 25) fest, dass ein komplexes Set an Faktoren zu sehr unterschiedlichen Mustern der Akzeptanz jener Technologien in den USA und Europa führt. Gleiches wird für die Kontextfaktoren einer potenziellen Politisierung von Pestiziden angenommen. Für das vorliegende Erkenntnisinteresse werden Merkmale des soziokulturellen Kontextes, der institutionellen Kontexte der Risk Governance sowie des Mediensystems und schließlich des Parteiensystems als wesentliche Kontextfaktoren identifiziert. Die Darstellungen münden in einen tabellarischen Vergleich von zentralen Merkmalen der beiden nationalen Kontexte in den genannten Bereichen, was die Grundlage für das Kontextmodell von Politisierung darstellt.

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Kontexte und Kontextfaktoren der Politisierung von Glyphosat

  • Martha Kuhnhenn

摘要

Die qualitative Ausrichtung der vorliegenden Arbeit zeigt sich in der zentralen Rolle, die dem Kontext der Politisierung von Glyphosat zugesprochen wird. Theunert (vgl. 2008, S. 303) versteht solch eine Kontextsensitivität als Kernmerkmal qualitativer Sozialforschung. Ang (2008, S. 63) stellt darüber hinaus fest, dass es unmöglich sei „jedwede soziale oder textuelle Bedeutung jenseits der komplexen Situation, in der sie entsteht, zu bestimmen“. Daher nimmt die Beschreibung der relevanten Kontexte und die darauf aufbauende Erarbeitung zentraler Kontextfaktoren für das Verstehen der Politisierung von Glyphosat einen wesentlichen Umfang in Anspruch. Der kontextsensitiven Logik folgend soll ein Kontextmodell der Politisierung von Glyphosat bzw. von menschengemachten Risiken erstellt werden. Mit Blick auf den Untersuchungsgegenstand und das Erkenntnisinteresse folgt die Arbeit vornehmlich einer Makroperspektive auf Kontext (vgl. dazu Kostiučenko und Kuhnhenn 2022, S. 291–298). Für den Bereich landwirtschaftlicher Biotechnologie stellen Brossard und Nisbet (vgl. 2007, S. 25) fest, dass ein komplexes Set an Faktoren zu sehr unterschiedlichen Mustern der Akzeptanz jener Technologien in den USA und Europa führt. Gleiches wird für die Kontextfaktoren einer potenziellen Politisierung von Pestiziden angenommen. Für das vorliegende Erkenntnisinteresse werden Merkmale des soziokulturellen Kontextes, der institutionellen Kontexte der Risk Governance sowie des Mediensystems und schließlich des Parteiensystems als wesentliche Kontextfaktoren identifiziert. Die Darstellungen münden in einen tabellarischen Vergleich von zentralen Merkmalen der beiden nationalen Kontexte in den genannten Bereichen, was die Grundlage für das Kontextmodell von Politisierung darstellt.