Die ‚postmoderne Provokation‘ (Alheit) besteht für die Biografieforschung insbesondere darin, sich zur poststrukturalistischen Subjekt- und Universalitätskritik zu verhalten. Während Biografieforscher_innen bereits zuvor die Konstruktionsweisen und -bedingungen von Biografie reflektieren und das Konzept als solches damit des Stellenwerts einer erkenntnistheoretischen Kategorie erhält, stell(t)en poststrukturalistische Theorien die sozialwissenschaftliche Biografieforschung vor neue Herausforderungen: Neben einer Reflexion des Stellenwerts von Autonomie/Handlungsintention für biografische Konstruktionen musste auch die Situierung der Subjekte berücksichtigt werden. Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit diesem Spannungsmoment bieten all jene Ansätze, die die Biografie(forschung) mithilfe solcher Theoriekonzepte erweitern, die Strömungen wie den cultural studies, queer studies oder postcolonial studies zuzuordnen wären; daneben gibt es mittlerweile verschiedenste Konzeptionen der Sprecher_innenposition (‚Subjekt‘), die sich auf methodologischer Ebene fruchtbar mit poststrukturalistischen Ansätzen verbinden lassen.

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Poststrukturalismus und Biographieforschung

  • Joris Atte Gregor

摘要

Die ‚postmoderne Provokation‘ (Alheit) besteht für die Biografieforschung insbesondere darin, sich zur poststrukturalistischen Subjekt- und Universalitätskritik zu verhalten. Während Biografieforscher_innen bereits zuvor die Konstruktionsweisen und -bedingungen von Biografie reflektieren und das Konzept als solches damit des Stellenwerts einer erkenntnistheoretischen Kategorie erhält, stell(t)en poststrukturalistische Theorien die sozialwissenschaftliche Biografieforschung vor neue Herausforderungen: Neben einer Reflexion des Stellenwerts von Autonomie/Handlungsintention für biografische Konstruktionen musste auch die Situierung der Subjekte berücksichtigt werden. Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit diesem Spannungsmoment bieten all jene Ansätze, die die Biografie(forschung) mithilfe solcher Theoriekonzepte erweitern, die Strömungen wie den cultural studies, queer studies oder postcolonial studies zuzuordnen wären; daneben gibt es mittlerweile verschiedenste Konzeptionen der Sprecher_innenposition (‚Subjekt‘), die sich auf methodologischer Ebene fruchtbar mit poststrukturalistischen Ansätzen verbinden lassen.