Internationalität ist konstitutiv für die Biografieforschung, sie durchzieht die Entstehungsgeschichte seit den 1970er-Jahren und kennzeichnet eine seither weiter zunehmende Internationalisierung sowohl von Biografien als auch von Forschungsthemen und -kontexten durch globale politische Verflechtungen, durch Flucht und Migration. Forscher*innen arbeiten zunehmend transnational oder beziehen sich auf die transnationale Erfahrung und Erfahrungsreflexion ihrer Forschungspartner*innen. Zum einen entspricht dies den theoretischen Grundlagen und methodischen Vorgehensweisen der Biografieforschung als Erfahrungsrekonstruktion mit den Prinzipien der Offenheit, der Kommunikation und Perspektivendifferenzierung sowohl in der Forschungssituation als auch in der Rekonstruktionsarbeit (v. a. im Setting der Forschungswerkstatt). Zum anderen besteht die Herausforderung der Internationalisierung darin, partizipative Formen der Forschung weiter zu entwickeln und in die Arbeitsbündnisse der Forschung einzubeziehen. Das kritische Potenzial der Biografieforschung kann sich im Aufzeigen gesellschaftlicher Ungleichheiten, Deprivilegierungen und hegemonialer Machtverhältnisse nur dann entfalten, wenn die eigene Forschungspraxis immer wieder kritisch reflektiert wird – gerade auch in internationalen Forschungskooperationen.

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Internationalität der Biographieforschung

  • Lena Inowlocki

摘要

Internationalität ist konstitutiv für die Biografieforschung, sie durchzieht die Entstehungsgeschichte seit den 1970er-Jahren und kennzeichnet eine seither weiter zunehmende Internationalisierung sowohl von Biografien als auch von Forschungsthemen und -kontexten durch globale politische Verflechtungen, durch Flucht und Migration. Forscher*innen arbeiten zunehmend transnational oder beziehen sich auf die transnationale Erfahrung und Erfahrungsreflexion ihrer Forschungspartner*innen. Zum einen entspricht dies den theoretischen Grundlagen und methodischen Vorgehensweisen der Biografieforschung als Erfahrungsrekonstruktion mit den Prinzipien der Offenheit, der Kommunikation und Perspektivendifferenzierung sowohl in der Forschungssituation als auch in der Rekonstruktionsarbeit (v. a. im Setting der Forschungswerkstatt). Zum anderen besteht die Herausforderung der Internationalisierung darin, partizipative Formen der Forschung weiter zu entwickeln und in die Arbeitsbündnisse der Forschung einzubeziehen. Das kritische Potenzial der Biografieforschung kann sich im Aufzeigen gesellschaftlicher Ungleichheiten, Deprivilegierungen und hegemonialer Machtverhältnisse nur dann entfalten, wenn die eigene Forschungspraxis immer wieder kritisch reflektiert wird – gerade auch in internationalen Forschungskooperationen.