Biographisierung im Spannungsfeld von Rassismus und Widerstand postmigrantisch gelesen
摘要
Der Artikel untersucht postmigrantische Biografien im Spannungsfeld von Rassismus, Zugehörigkeit und Widerstand und entwickelt hierfür den Begriff Migrantismus als analytische Kategorie zur Beschreibung hegemonialer Differenzordnungen. Aufbauend auf Stuart Halls Konzept der Dis-/Reartikulation und Jacques Rancières Theorie politischer Positionierung wird gezeigt, wie Personen Erfahrungen von Rassismus und Ausgrenzung in neue Formen biografischer und politischer Artikulation überführen. Anhand von Fallstudien wird illustriert, wie Akteurinnen rassistische Zuschreibungen reflektieren, umdeuten und transformieren. Ihre Geschichten markieren Prozesse der Selbstermächtigung, die hegemoniale Repräsentationsordnungen irritieren und neue Räume gesellschaftlicher Teilhabe eröffnen. Postmigrantisches Denken erscheint hier als erkenntnispolitische Haltung, die Übergänge, Ambivalenzen und Vielheiten als konstitutive Elemente radikaldiverser Gesellschaften begreift.