Der Beitrag entwickelt ein neues Verständnis von Künstlicher Intelligenz (KI) im Designkontext, indem er sie nicht als neutrale Technologie, sondern als materielle, ästhetische und politische Prothese menschlicher Kreativität analysiert. Ausgehend von der KI-generierten Portraitserie Taboo von Ariel Oscar Greith, die den verstorbenen Performer Leigh Bowery als hyperartifizielle Figur reinszeniert, verbindet der Text theoretische Perspektiven aus Technikphilosophie, Queer Theory und Ästhetik. Über das Konzept des Camp – insbesondere in der Interpretation von Juliane Rebentisch – wird gezeigt, dass Künstlichkeit und Vergänglichkeit keine Gegensätze, sondern sich produktiv verschränkende Momente sind. KI wird in Analogie zu Bowerys Camp-Inszenierungen als fragiles, kreatürliches Artefakt verstanden, das kulturelle Normen nicht nur reproduziert, sondern auch irritiert und verändert. Der Text greift dabei auf Positionen der Ästhetik, der Queer Theory sowie Science and Technologie Studies zurück, um die Idee einer queeren Gemeinschaft zwischen Menschen, Technologien und Dingen zu skizzieren. In dieser Gemeinschaft ist KI nicht bloß Werkzeug, sondern Mitspielerin in einem konflikthaften, offenen Prozess ästhetisch-politischer Aushandlung – nicht als Heilsversprechen oder Bedrohung, sondern als Teil eines gemeinsamen Schicksals von Kreativität, Materialität und Vergänglichkeit.

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Körper, Prothese, Künstlichkeit: Zur Ästhetik von KI und Camp

  • Felix Kosok

摘要

Der Beitrag entwickelt ein neues Verständnis von Künstlicher Intelligenz (KI) im Designkontext, indem er sie nicht als neutrale Technologie, sondern als materielle, ästhetische und politische Prothese menschlicher Kreativität analysiert. Ausgehend von der KI-generierten Portraitserie Taboo von Ariel Oscar Greith, die den verstorbenen Performer Leigh Bowery als hyperartifizielle Figur reinszeniert, verbindet der Text theoretische Perspektiven aus Technikphilosophie, Queer Theory und Ästhetik. Über das Konzept des Camp – insbesondere in der Interpretation von Juliane Rebentisch – wird gezeigt, dass Künstlichkeit und Vergänglichkeit keine Gegensätze, sondern sich produktiv verschränkende Momente sind. KI wird in Analogie zu Bowerys Camp-Inszenierungen als fragiles, kreatürliches Artefakt verstanden, das kulturelle Normen nicht nur reproduziert, sondern auch irritiert und verändert. Der Text greift dabei auf Positionen der Ästhetik, der Queer Theory sowie Science and Technologie Studies zurück, um die Idee einer queeren Gemeinschaft zwischen Menschen, Technologien und Dingen zu skizzieren. In dieser Gemeinschaft ist KI nicht bloß Werkzeug, sondern Mitspielerin in einem konflikthaften, offenen Prozess ästhetisch-politischer Aushandlung – nicht als Heilsversprechen oder Bedrohung, sondern als Teil eines gemeinsamen Schicksals von Kreativität, Materialität und Vergänglichkeit.